Warhammer mit anderem Regelwerk

Alles rund um die Regeln der 2. Edition des WFRSP
runemaster
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Re: Warhammer mit anderem Regelwerk

Beitragvon runemaster » Donnerstag 29. Juni 2017, 09:10

Wie läufts mit den Runequest Regeln und deiner Warhammer Kampagne. Magst du deine Erfahrungswerte teilen?
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Björn
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Re: Warhammer mit anderem Regelwerk

Beitragvon Björn » Donnerstag 29. Juni 2017, 11:47

Aufgrund damaliger Diskrepanzen haben wir vorerst das Spielen im Warhammer-Fantasy Universum auf Eis gelegt. Dennoch aber kann ich ein kurzes Feedback geben, denn wir spielen momentan Conan - RuneQuest:
RuneQuest basiert, wie auch Warhammer, auf Prozentwürfe, hier sind sich beide Systeme sehr ähnlich.

Der für mich auffälligste Unterschied ist das Kampfsystem, welches bei RQ um ein Vielfaches taktischer, aber auch sehr viel tödlicher ist. Längenklassen der Waffen und Abstände zwischen den Gegnern werden berücksichtigt. Erschöpfungszustände werden berechnet und zeigen somit einem Ritter in voller Montur samt Zweihandschwert, schnell die Grenzen auf. Schafft man seine Erschöpfungsprobe nicht, erhält man eine weitere Erschöpfungsstufe, was sich natürlich negativ auf den weiteren Kampfverlauf auswirkt, da etliche Mali das Kämpfen erschweren.

Außer dem Gegner einfach nur Schaden zuzufügen, erhält man die Möglichkeit so genannte "Zusatzeffekte" anzubringen. Das beinhaltet zum Beispiel "Jemanden zu Fall bringen", "Entwaffnen", "Durchbohren", "Trefferzone wählen" usw. Gleiches gilt auch, wenn der Angreifer nicht trifft, der Verteidiger aber pariert hat. Dann bekommt dieser einen Zusatzeffekt und kann womöglich das Blatt wenden.

Der Schaden der Waffen ist makaber. Hat die Trefferzone Bein 6 Lebenspunkte und wird mit einer Waffe von W8+W4 Schadenspunkte getroffen, kann man sich ja ausrechnen, wie schnell ein Kampf vorüber sein kann.

Auch die Art der Waffe ist mit Bedacht zu wählen. Möchte man nämlich mit einem Kurzschwert einen Zweihänder parieren, frisst der Verteidiger, trotz erfolgreicher Parade, den ganzen Schaden. Dies soll simulieren, dass es keinen Sinn ergibt mit derart kleinen, solch riesige Waffen zu parieren. Einzig Zusatzeffekte dürfen bei erfolgreicher Parade vom Angreifer nicht angewandt werden.

Kurz gesagt: Wir mögen das Kampfsystem und besonders die Möglichkeiten, die es mit sich bringt. Das alles hier aufzuzählen würde das Forum sprengen.

Aber hier geht man wirklich vorsichtig zu Werke, denn ein einziger Schlag könnte das Ende bedeuten. Wir mögen es so, denn ein Kampf wird in RQ wirklich zu einer spannenden Geschichte.
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Re: Warhammer mit anderem Regelwerk

Beitragvon Athair » Freitag 6. Oktober 2017, 23:01

... da ich gerade Maelstrom Gothic lese und mir das System sehr gefällt:
Wenn dann würde ich WFRP damit spielen. Denn: Es ist regelleichter als die bisherigen WFRP-Versionen, benutzt den W100, bekommt den Unterschied zwischen Grund- und Ausbaufertigkeiten einfach und effektiv geregelt, ...
Das Karrieresystem würde ich wohl behalten - obwohl das Life-Path-System von MG davon gar nicht so weit weg ist. Am Ende könnte ich eh einiges ohne großen Konvertierungsaufwand übernehmen.

Was damit effektiv erreicht wäre: Die d20-Einflüsse würden zu Gunsten von Gamebook-Rules/OSR rausgeworfen werden. Die Regeln wären auch eine Ecke freiformiger.
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Re: Warhammer mit anderem Regelwerk

Beitragvon Björn » Samstag 7. Oktober 2017, 09:56

Da RuneQuest sich für Warhammer (und auch für unsere Conan-Runde), aus meiner Sicht nicht eignet, haben wir uns nun mit ZWEIHÄNDER auseinandergesetzt. Das Regelwerk ähnelt dem von der ersten und zweiten Edition, macht aber einiges anders. Dieses "anders" gefällt mir bisher ganz gut. Später werde ich mit Alandor noch das eine oder andere Wort darüber verlieren. Eines ist für mich aber sicher: Das Regelsystem von der 4. Edition des Warhammer-Fantasy-Rollenspiels wird es sehr schwer haben. Es sei denn, Cubicle 7 war schlau und hat sich zumindest Elemente von ZWEIHÄNDER geschnappt. :D

Warum wir RQ nicht mehr spielen:
Björn aus dem Nord-Nerd-Forum vom 09.07.2017 hat geschrieben:Zwar stellt RuneQuest einen realistischen und logischen Ansatz dar, doch stieß besonders dieser mir gestern sehr bitter auf. Das Regelwerk an sich ist sehr gut durchdacht und auch logisch. Gestern nur merkte ich, dass die Buchhaltung eines Kampfes ein Ausmaß annimmt, mit dem ich auf Dauer nicht glücklich werde. Das System mit all seinen Möglichkeiten und Stellschrauben bremst das Spielgeschehen massiv aus und bietet nur noch einen "Verwaltungsakt" an Tabellen und Zahlen, welcher sich nicht mehr in einen erzählerischen Part einbinden lässt. Besonders als Spielleiter hat man hier das Nachsehen, da man ja wesentlich mehr Buchhaltung zu bewerkstelligen hat, als ein einziger Spieler.
Bei einem Kampf mit zwei Parteien, sprich drei Spielercharakteren und einen befreundeten NSC gegen fünf gegnerische NSC, wird durch die aufkommende Buchhaltung der Erzählpart des Kampfes, bzw. die Beschreibung der Kampfszenen, durch die Regeln komplett plattgedrückt. Hier hat der Spielleiter schlichtweg gar keine Möglichkeit mehr sich auf eine Beschreibung der Szenen zu konzentrieren, da er sich hochkonzentriert um die Buchhaltung seiner sechs NSC kümmern muss. Das ist alles andere als flüssig und kommt einem Rollenspiel mit erzählerischem Schwerpunkt nicht entgegen. Ganz im Gegenteil: Es behindert das Spielgeschehen.
Natürlich lernt man mit den Regeln umzugehen und früher oder später kennt man die verschiedenen Aspekte des Kampfes, doch bleibt eine Sache immer bestehen: Die Buchhaltung. Diese kann ich als SL nicht abmildernd betrachten, da ich den Spielern keine schwammigen Ergebnisse vorsetzen und sie schon gar nicht mit Handwedelei abtun kann. Dafür ist RuneQuest eben auch nicht gedacht. Positiv muss man hervorheben, dass das Kampfsystem wirklich realistisch dargestellt wird. Das ist der Preis für die nervige Buchhaltung während der Aktionen. Ein Kampf Mann gegen Mann geht schnell von der Hand. Sehr schnell! Bei mehreren Beteiligten aber bricht das System in sich zusammen, da der (Verwaltungs-) Aufwand viel zu hoch wird. Ein Kampf zieht sich dann wie Kaugummi durch den Abend. Grausam.

Torben und Kathrin empfanden das alles als gar nicht so schlimm. Immerhin ist das System an sich ja ein tolles, da gebe ich ihnen sogar recht. Tim gab mir recht, indem er meinte, dass der Aufwand der Buchhaltung nicht abnehmen würde, egal wie gut und auswendig man das System auch beherrscht. Besonders, weil wir nur vierzehntägig spielen und ja nicht in jeder Sitzung kämpfen, würden wir das Kampfsystem wenig nutzen, was natürlich einen Vorteil mit sich bringt: Keinen Kampf. Andersherum lernt man es dann aber auch nicht.

Abschließend muss ich sagen, dass ich mich seit gestern Abend nicht beruhigt habe und mir dieses Gefühl nachhaltig Kopfschmerzen bescheren wird.


Die Lösung: Wir nehmen für Conan nun das Regelwerk von Sturmbringer.
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