Warhammer mit anderem Regelwerk

Alles rund um die Regeln der 2. Edition des WFRSP
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Björn
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Warhammer mit anderem Regelwerk

Beitragvon Björn » Dienstag 30. August 2016, 07:55

Gestern Abend hatte ich eine Unterredung mit meiner Frau bezüglich Warhammer [2.Edition] und das dazugehörige Spielsystem. Es ergab sich, dass wir beide finden, dass das Berufssystem den Spieler auf eine gewisse Weise festnagelt.
So könnte ein Seemann oder Maat, der mit seiner Gruppe endlose Tage in den Wüsten der Südlande unterwegs war, sich die Fertigkeit "Navigation" oder "Schwimmen" mit Erfahrungspunkten erkaufen, wenngleich er aber überhaupt gar keinen Bezug auf diese Dinge nehmen konnte. Wo will er das Schwimmen erlernt haben? Sein Beruf ist in der Wüste eigentlich nutzlos. Es gibt in Warhammer unglaublich viele Berufe; was im ersten Moment auch toll klingt. Aber mehr und mehr bemerken wir, dass man sich auf diese Berufe einlassen muss. Es gibt Fertigkeiten, die die Spieler nie benötigen oder überhaupt gar nicht erst haben wollen, sie aber trotzdem "kaufen" müssen, um ihren alten Beruf zu vollenden um einen neuen ergreifen zu können.
Nun haben wir, zumindest Kathrin (meine Frau) und ich, uns zum Thema "Zweihänder" ausgesprochen. Sie kommt mit der englischen Sprache nicht klar, was ich absolut nachvollziehen kann. Somit ist dieses System raus. Als nächstes schielten wir auf RuneQuest. Wir waren uns mehr als einig, dass wir den anderen Spielern in der Gruppe dieses Regelwerk vorschlagen möchten. Vielleicht werden wir fortan Warhammer, so wie Conan, mit dem RuneQuest Regelwerk spielen.
Ist es am Ende eine Frage des Geschmacks? Ich meine bei RQ erstellt man einen Charakter und definiert sich nicht über die Werte auf dem Bogen. Der Spieler kann selbst erklären ob und wann er den Beruf wechselt; und das ganz ohne Erfahrungspunkte. Denn bei RQ ist "learning by doing" angesagt. Man verbessert an Fertigkeiten das, was man eben trainiert. Ich bin nach wie vor mit dem Warhammersystem zufrieden und spiele es auch schon seit Jahren. Aber im Vergleich zu RQ stinkt auch dieses System, wie so viele andere, ab.

Würde gerne mal eure Meinung dazu hören.
Vielleicht hat der eine oder andere hier im Forum ja schon etwas Ähnliches ausprobiert.

Edit Alandor: Thema in Regelfragen verschoben.
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Re: Warhammer mit anderem Regelwerk

Beitragvon Alandor » Dienstag 30. August 2016, 17:45

Ok, wann man mehr Regeln haben will, kann ich den Schritt zu RQ verstehen.
Bei Warhammer kann man auch nit karrierebezogene Fertigkeiten steigern und man muss die Karriere auch nit zwingend beenden um eine neue zu wählen, man kann diese jeder Zeit wechseln. Ist halt anstatt an die üblichen 100 EP an 200 EP gebunden.

Um mal beim Beispiel Seemann zu bleiben.
Wieso sollte sich dieser Navigation in der Wüste erkaufen?
Navigation beruht zum Teil auf Sternbildern und diese kommen auch in der Wüste vor. ;)
Beim Schwimmen könnte man als SL intervenieren und ihm für das Abenteuer passende Fertigkeiten oder Talente anbieten.
Vielleicht tritt ja noch eine Oase mit großem See auf, da darf er dann mal schwimmen. :D

Ich würde bei Warhammer bei den Warhammer Regeln bleiben.



AL
Kane der Verfluchte hat geschrieben:Ich töte andere Wesen.
Dazu wurde ich erschaffen.
Ich bin ziemlich gut darin.
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Re: Warhammer mit anderem Regelwerk

Beitragvon Björn » Dienstag 30. August 2016, 18:39

Es geht ja auch nicht darum, was der SL in Hausregeln alles modifizieren kann und was nicht, sondern um das nackte Regelwerk wie es ist. Mit Hausregeln kann ich mir auch Dungeons&Dragons "spielbar" gestalten. Und wenn ich den Spielercharakteren ein zum Abenteuer passendes Talent geben kann, ist das auch eine Hausregel und eher die Ausnahme als die Regel.

Beispiel Seemann: Es ist KEIN See oder eine Oase in der Wüste :P, aber laut Regelwerk kann der Charakter sich für 100 EP die Fähigkeit "Schwimmen" kaufen. Auch könnte er, wenn er seinen Beruf erfüllt hat, vom Seemann zum Maat werden. In der Wüste! Vielleicht sogar ohne je ein Schiff betreten zu haben... :wall:
Und wenn ich in den Professionen eh hin- und herwechseln kann wie ich lustig bin, warum dann überhaupt feste Berufe? Diese Frage stelle ich mir und vergleiche dann natürlich verschiedene Systeme miteinander.

Einer meiner Spieler plant nun, seinen Charakter so lange nicht an Kämpfen teilnehmen zu lassen, bis dieser dann Talente/Fertigkeiten erlernt hat, um dann kampftechnisch mithalten zu können. Auch werden Profile aus den Regelwerken durchgerechnet um das Optimum an Attacken, KG, BF, W, etc. voll auszureizen. Laut Regelwerk alles im grünen Bereich. Das ist nichts anderes als Powergaming. Die Regeln lassen es aber zu. Sie begrüßen das Hin- und Herspringen der Charaktere in verschiedene Berufe. Da bietet mir RuneQuest einen sehr viel besseren Ansatz.
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Re: Warhammer mit anderem Regelwerk

Beitragvon Athair » Samstag 3. September 2016, 20:40

Hmm... die Warhammer-(2nd)-Regeln sehen durchaus vor, dass man Talente und Fertigkeiten außerhalb der Karriere erlernen kann. Die Regeln selbst weisen dazu an einen "eigenen Umgang" mit der Starrheit des Karrieresystems zu finden. Raphael hat vor vielen Jahren eine schlüssige praktische Auslegung geschrieben. Vielleicht find ich die nochmal.

Als stark gekürztes Substrat (und ohne die schlüssigen Begründungen): Im Sinne des Spieldesigns von WFRP2 können Fertigkeiten und Talente außerhalb der Karriere unter besonderen Umständen erlernt werden und anders herum - können Karrierefertigkeiten und -talente nicht erlernt werden. Beim Karrierewechsel spielen die Handlungen und Erlebnisse der SC eine wichtige Rolle für das, was ihnen als Folgekarriere offensteht. Wer beispielsweise mit Räubern mordend und brandschatzend durch die Gegend zieht kann nur in entsprechende Grundkarrieren wechseln.


... dass solche Auslegungen "nötig" sind, stellt gleichzeitig eine Stärke und eine Schwäche von WFRP2 dar.
Einerseits bietet das Spiel wenig Hilfen für die Bedeutung und den Prozess der Regelanwendung (sh. dazu die marginalen Erklärungen zu Schwierigkeiten von Würfen) - andererseits ermöglicht das passgenau auf die Gruppe abgestimmt gemeinsam eine Grundhaltung zu Regelanwendung und deren Bedeutung zu entwickeln. Dass WFRP2 hier nicht - wie viele andere Spiele (I'm looking at you, Earthdawn) - über an sich schwammige Regelformulierungen hingelangt, ist auch ein Vorzug.

Ich kann verstehen, wenn man damit nicht glücklich ist. Damit hadere ich nämlich auch immer wieder.
Anders gesagt: Ich hätte mir gewünscht, dass WFRP2 mehr auf die Bedeutung der Spielregeln und den Prozess des Sich-Zueigen-Machens eingeht.


RuneQuest ist mMn ein ganz passables Regelwerk, um damit Warhammer zu spielen.
Ich würde mir aber die Charakterersschaffung aus dem RQ-Abkömmling Renaissance (kostenloses SRD) borgen.


... abgesehen davon: Es soll eine deutsche Version von Zweihänder in Planung sein.
Das würde mMn bieten, was du dir wünscht. Es dauert halt noch und ist momentan nicht mehr als eine Zukunftserwartung.
"Es ist sinnlos die Antwort auf eine falsch gestelle Frage zu kennen."
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Re: Warhammer mit anderem Regelwerk

Beitragvon Björn » Samstag 3. September 2016, 23:35

Danke für Deine Sicht der Dinge. ;)

Als Alternative haben wir bereits "Zweihänder" PDF-Early Access (im November bekommen wir dann das Regelbuch in physischer Form) und "Renaissance Deluxe" (siehe Bild), welches heute hier angekommen ist :mrgreen:

Leider ist meine Frau mit der englischen Sprache nicht so vertraut, was für sie natürlich im ersten Moment ein Problem darstellt und sie abschreckt. Da sie RuneQuest aber sehr gut kennt, würde sie "Renaissance" auch spielen, da dieses System ja sehr mit RQ-verwandt ist.

Bei "Zweihänder" bekam ich sie auch schon motiviert, da dieses Regelwerk ja doch dem von Warhammer sehr ähnelt. Die Erste Edition haben wir jahrelang gespielt.

Alternativen zum Spielsystem von Warhammer:
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Renaissance Deluxe und ZWEIHÄNDER
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Re: Warhammer mit anderem Regelwerk

Beitragvon Greifenklaue » Montag 26. September 2016, 23:34

Athair hat geschrieben:... abgesehen davon: Es soll eine deutsche Version von Zweihänder in Planung sein.
Das würde mMn bieten, was du dir wünscht. Es dauert halt noch und ist momentan nicht mehr als eine Zukunftserwartung.
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Re: Warhammer mit anderem Regelwerk

Beitragvon Björn » Dienstag 18. Oktober 2016, 23:18

So,
ich hatte ja dieses Thema erstellt und will euch meinen bzw. unsere finale Entscheidung nicht vorenthalten:

Meine derzeitige Gruppe besteht aus drei Spielern und mir als Spielleiter. Nach einem klärenden Gespräch, bezüglich der verschiedenen Regelmechaniken, einigten wir uns tatsächlich auf RuneQuest 6. Fortan werden wir also mit diesem Regelwerk durch die Alte Welt wandern. Eigens dafür habe ich sogar das Original des RuneQuest Charakterblatts etwas verändert und Farbe ins Spiel gebracht:

Bild Bild
Vorderseite-----------------Rückseite

Natürlich kommt einiges an Arbeit auf mich/uns zu, aber ich sehe es eher als eine schöne Herausforderung.
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Re: Warhammer mit anderem Regelwerk

Beitragvon Alandor » Mittwoch 19. Oktober 2016, 11:47

Super das ihr euch einigen konntet. :up:
RQ wäre zwar nit meine Wahl gewesen, aber ich denke, bei dir und deiner Gruppe ist das in guten Händen.



AL
Kane der Verfluchte hat geschrieben:Ich töte andere Wesen.
Dazu wurde ich erschaffen.
Ich bin ziemlich gut darin.
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Re: Warhammer mit anderem Regelwerk

Beitragvon runemaster » Dienstag 29. November 2016, 11:32

Ich empfehle Hârnmaster, das gibt es gebraucht noch in der 1. Editon auf deutsch (siehe die einschlägigen Onlinekaufmöglichkeiten), ansonsten in der 3. Edition von Columbia Games. Ein %-System mit schnellen, tödlichen kämpfen, reaslistischem Fertigkeitensystem das aber so robust ist das man das mit wenig Aufwand auch mit Warhammer kombinieren kann. Ich leite Warhammer seit über 10 Jahren nur noch mit diesem Regelwerk und man kann tatsächlich die Regelwerke miteinander kreuzen!
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Re: Warhammer mit anderem Regelwerk

Beitragvon Björn » Dienstag 29. November 2016, 16:34

Vorab estmal:nach langer Abwesenheit: Umzug gelungen und ich habe wieder Internet... :D


Hârnmaster habe ich ebenfalls schon in Betracht gezogen, aber RQ6 ist nun das System der Stunde. Momentan haben wir gar die englische wie auch die deutsche Version im Schrank.
Hârnmaster an sich ist aber ein schönes System, welches sich ebenfalls in physischer Form in meinem Besitz befindet.
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