Alternative Fan-Edition zu Age of Sigmar

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Drasak
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Alternative Fan-Edition zu Age of Sigmar

Beitragvon Drasak » Samstag 5. Mai 2018, 05:43

Ich habe mich vor kurzer Zeit mit einem Freund unterhalten, wir sind beide Tabletop-, sowie Rollenspieler, über die Vor- und Nachteile von Age of Sigmar.
Zuerst mit dem Fokus auf das Taletop, doch recht schnell kamen wir beide überein, dass die Veränderung, die der Sieg des Chaos und damit die Zerstörung der alten Welt uns beiden nicht gefiel.
Einige Dinge macht GW mit diesem Umbruch ja auch nicht ganz verkehrt, aber zu (unserer Meinung nach) recht großen Teilen auch zu übertrieben.
Der Hintergrund zu Age of Sigmar, mit seinen verschiedenen Inseln, die irgendwie, irgendwo im All herumfliegen, ist einfach nicht logisch nachvollzieh- und erklärbar. Ja klar, Warhammer in irgendeiner Weise logisch zu erklären, ist ja schonmal ein Ding für sich (Warp, Dämonen, Zauberei und so...) Aber, egal ob 40.000 oder Fantasy, gibt es den Spielern und Lesern der Romane doch immernoch genug Halt der Realität, um sich in gewisser Weise in diesen Universen wohl zu fühlen.
Für mich ist da Age of Sigmar einfach völlig, ja, gefühlsmäßig "falsch".
Kurzum kamen wir dann zu dem Ergebnis, dass wir uns einfach ein alternatives "Ende" der alten Welt überlegen und haben da schon ein paar ganz nette Ideen gesammelt.
Aber bevor ich diese hier schildere, wollte ich von euch einmal wissen, wie Ihr die Zukunft der Alten Wet sehen würdet.
Wir sind davon ausgegangen, dass die End Times stattgefunden haben und das Chaos in gewisser Weise gewonnen hat. Grund dafür war einfach, dass es auf lange Sicht nicht ausreicht, dass das Chaos mal kommt, und dann immer wieder irgendwie schon bezwungen werden kann.
Nein, jetzt hat das Chaos doch mal gewonnen und das Imperium, sowie die anderen Völker überrannt.
Die Welt an sich existiert aber noch, explodiert also nicht in diese merkwürdigen Inseln...

Mich würde interessieren, was Ihr machen würdet, wenn Ihr in der Lage wäret, als Geschichtsschreiber für GW die Geschichte weiter zu führen.
Die End Times sind geschehen und das Chaos hat in dem großen Krieg doch mal mächtig gewonnen.
Wie geht es weiter?
Was passiert mit den Menschen im Imperium, die Ihre Heimat gegen das Chaos verlieren?
Was machen die Elfen, die Ulthuan vielleicht verlieren?
Im Computerspiel Total War Warhammer II geht es um den Strudel auf Ulthuan, was passiert, wenn dieser kollabiert (warum auch immer) und die Insel der Elfen im Meer versinkt?
Was machen die restlichen Zwerge, wenn das Chaos von außen und die Skaven von innen ihre Bollwerke im Weltrandgebirge überrennen?
Was passiert in Chatay, Ind und Nippon?


Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr einfach mal die Geschichte weiter spinnen würdet und wie die Welt sich verändern würde.
Und die Welt wird sich verändern, das steht mal fest nach den End Times...
Was wäre im ersten Jahr passiert? Was nach fünf, zehn oder hundert Jahren?

Ich bin gespannt...
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Raphael Nore
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Re: Alternative Fan-Edition zu Age of Sigmar

Beitragvon Raphael Nore » Samstag 5. Mai 2018, 10:03

Eine mögliche Parallele könnten die Ereignisse von nach 1111 i.K. bieten. Da ist das Imperium schon einmal besiegt worden, seinerzeit von den Skaven. Bis auf letzte Widerstandsinseln wie Middenheim war alles überrannt. Die Bevölkerung starb in Massen am Schwarzen Tod oder wurde in die Sklaverei verschleppt.

Drei Dinge ließen das dann wieder kippen:

- Der hundertausenfache Tod ließ Nekromanten wie van Hal stark werden, die sich den Skaven entgegenstellten, primär in der Region des späteren Sylvania. Möglich, dass auch da schon Vampire eine Rolle gespielt haben. Weiß ich gerade nicht auswendig.

- Die Skaven-Clans zerstritten sich nach dem Sieg, kämpften gegeneinnader oder standen einander nicht bei.

- Mandred Skaventöter, Kurfürst von Middenheim, begann einen Kreuzzug zur Rückeroberung, der trotz aller Widrigkeiten gelang. Er wurde dann der erste neue Imperator. Später, als die Skavengefahr von den Sigmariten kleingeredet wurde, um Panik zu vermeiden, wurde Mandred zur Witzfigur. Aus dem Beinamen Skaventöter wurde Rattentöter. Nur die Middenheimer haben die Wahrheit nicht vergessen.



Eine Timeline nach dem Fall des Imperiums könnte meines Erachtens so aussehen:

- 2528 i.K., fünf Jahre nach dem Beginn von Archaons Invasion. Das Imperium ist gefallen, es gibt keinen Kaiser mehr. Natürliche Festungen wie Middenheim, Hochland, Waldelfen-Enklaven und Talabheim könnten noch standhalten. Marienburg könnte durch massive Intervention der Hochelfen gehalten worden sein. Altdorf wurde vollkommen zerstört, Karl Franz und der Großtheogonist von Archaon getötet, Ghal-Maraz ging verloren, die Große Kathedrale des Sigmar geschändet. Die Belagerung war der letzte große Kampf aller Chaosgötter gemeinsam. Möglicherweise hat auch Nuln standgehalten, weil sich das Chaos zunächst auf den Norden konzentrierte. Auch Whisenland und Averland könnten noch existieren. Möglicherweise haben in Altdorf ein paar Magieakademien überdauert, zumindest so gut versteckte wie die des Lichtordens, des Grauen Ordens und des Amethystordens.

- Das Chaos hat sich zerstritten, nachdem Archaon für seinen Sieg bei Altdorf zum Dämonenprinzen erhoben wurde und verschwunden ist. Überall ziehen marodierende Kriegsherren herum, die sich inzwischen häufig gegenseitig bekriegen. Es gibt auch viele kleine Chaoschampions, die mit Gefolge umherstreifen und verbliebene Dörfer bedrohen.

- Bretonia und Tilea haben die Pässe besetzt und erfolgreich gehalten. Viele imperiale Bürger sind gen Süden geflüchtet. Möglicherweise siedeln sie sich in den Grenzgrafschaften an, weil die Tileaner sie nicht im Land dulden wollen. Der Pantherorden könnte Leute zu seiner Enklave Sudenburg evakuiert haben.

- In Sylvania haben sich die Carsteins zu Imperatoren erklärt und Anspruch auf das ganze Imperium erhoben. Die sahen sich ja eh stets als Teil des Imperiums und Quasi-Kurfürsten von Sylvania. Sie bekämpfen das Chaos unerbittlich und teils recht erfolgreich. Diverse Adelshäuser in Stirland und Ost-Averland haben sich mit ihnen als dem kleineren Übel arragiert und werden von ihnen beschützt. Lebende und Untote ziehen teils gemeinsam in den Kampf.

- Auch die Skaven setzen dem Chaos zu, um ihren Teil vom Kuchen zu erhalten, während im Osten die Orks marodieren und Teile der Ostmark besetzen.

- Irgendwo könnte ein neuer Kreuzzug zur Rückeroberung beginnen, vermutlich von einem der Götter inspiriert. Am wahrscheinlichsten ist da natürlich Sigmar.


Soweit meine spontanen 2 Cent. :)
Zuletzt geändert von Raphael Nore am Samstag 5. Mai 2018, 12:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Alternative Fan-Edition zu Age of Sigmar

Beitragvon obaobaboss » Samstag 5. Mai 2018, 11:49

Für Fantasybattle würde ich es natürlich anders machen (da dort alle Fraktionen große Armeen stellen können müssen), beim Rollenspiel wäre ich auf folgendes aus:

Ich würde mich ironischerweise an den frühen Fluff von Age of Sigmar orientieren, bevor die Stormcast-Dinger auftauchen. Auch dort gab es ja dann wieder Imperien, die dann jedoch vom Chaos überrannt wurden und auch denen ausgeliefert. Also eine postapokalyptische Fantasywelt und ich meine es wörtlich, es gibt keine wirklich großen Siedlungen und Fraktionen mehr.

Das Imperium wurde besiegt, die großen Städte und Festen allesamt zerstört. Nachdem es aber keine wirkliche Feinde mehr zu attackieren gibt, zerfallen die Armeen und das Chaos kämpft gegen sich selbst und natürlich gegen die marodierenden Grünhäute, hintertückischen Skaven, die durch den zahlreichen Tod gestärkten Vampire etc. Bretonia, Tilea, Estalia erging es ebenso.

Aber es gibt noch die einzelnen Überreste dieser ehemals so großen Nationen. Versteckte Klöster, kleine schwierig zu erreichende Burgen usw. sind fragile Inseln der Sicherheit. Viele Menschen haben sich auch in die kleineren Festen der Zwerge geflüchtet, welche nicht von den Skaven zerstört wurden. Gefechte werden im Partisanenkrieg geführt, alles was Schutz verspricht, wird begehrt. Mächtige Waffen und Artefakte, legendäre magische Objekte, seltene Schwarzpulver und andere technische Geräte sowie mächtige Bestien und Verbündete. Einige Gruppen versuchen als Nomaden oder sogar selbst Plünderer über die Runden zu kommen. Viele verfallen wieder in eine barbarischere Lebensweise zurück, es gibt aber auch jene, die versuchen den Anschein der Zivilisation zu erhalten.

Es ist eine Zeit, in der die Zauberer nicht mehr so gefürchtet werden, viel mehr wünscht man sie sich an ihre Seite, da sie über Macht verfügen. So sind sie auch an der Spitze einiger Fraktionen. Da es jedoch die Magieschulen nicht mehr wirklich gibt, ist ihre Magienutzung wieder roher und gefährlicher geworden. Natürlich je nach Gemeinschaft kommen die Zauberer auch nicht so gut weg, religiöse Fanatiker sehen sie nicht so gerne.

Allgemein wären die Rassen nicht mehr so strikt getrennt, weil auch Ulthuan versunken ist und man in die Alte Welt geflüchtet ist. Man schließt sich zusammen, um zu überleben. Auch ungeliebte Bunde, etwa mit Vampiren und Ogern, werden eingegangen. Natürlich gibt es auch Legenden von sicheren Häfen. Legenden darüber, dass große Städte wieder erobert und besiedelt wurden. Beispielsweise soll der Nachtfeuerpass in eine einzige Festung der Sigmariten verwandelt worden sein. In großteils abgebrannten Athel Loren soll es noch einen Quell von Reinheit geben. Die Flamme Ulrics in Middenheim soll sich von selbst erneut entzündet haben und von wilden Wölfen beschütz werden. Im Krater Talabheims soll innerhalb kürzester Zeit ein mächtiger Wald entstanden sein, ohne jegliche Spur von Korruption.

Es handelt sich also im Moment um eine Art Ansammlung von kleinräumigen Gebilden und Siedlungen, denn zu große Macht würde gleich wieder einen Angriff des Chaos provozieren, der sowieso nur eine Frage der Zeit zu sein scheint. Das Land selbst wurde inzwischen auch korrumpiert und bietet viele neue Gefahren, es wurde zum Vorhof der Chaoswüste. Dämonen schreiten frei in den Landen und versprechen mit gespaltener Zunge jedem, der dafür anfällig ist, große Geschenke. Auch mit den Dienern des Chaos lässt sich reden, bei Khorniten natürlich etwas schwieriger. Für die Chaoten ist es mittlerweile jedoch auch weniger ruhmvoll die zerlumpten Gruppierungen zu überrennen, als andere Chaosbanden zu besiegen.


Ich hoffe, es nicht zu konfus, alles in einem Rutsch jetzt mal runtergeschrieben :D
Es wäre natürlich nicht mehr das Warhammer, wie man es kennt, aber imho hätte eine Postapokalypse mit Warhammer-Zusätzen durchaus ihren Reiz.
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Re: Alternative Fan-Edition zu Age of Sigmar

Beitragvon Drasak » Sonntag 6. Mai 2018, 05:16

Nette Ideen. Mir persönlich geht die Idee von Raphael Nore nicht weit genug. Versteh das bitte nicht böse, aber so etwas kommt, mehr oder weniger, "ständig" vor. Klar, dass das ganze Imperium bis auf kleinere Bereiche vom Chaos überrannt wird, kommt jetzt nicht alle 20 Jahre vor, aber nach den End Times habe ich schon eine Art Weltuntergang im Kopf, mit allem drum und dran.
Trotzdem ist der Gedanke, dass die ein oder andere Stadt es irgendwie schafft nicht erobert zu werden (wie auch immer...), nicht verkehrt.

Ich stelle einfach nochmal ein, zwei Fragen in den Diskussionsraum;
Was passiert in den Südlanden, in Nagaroth, Lustria?
Oder, wenn wir jetzt mal ganz neue Ufer ansteuern wollen, in den bisher sehr unbekannten Gegenden, Ind, Chatay und Nippon? Oder gibt es vielleicht sogar noch unentdecktes Land?
Ist das Warptor nur am Nordpol, oder strömt das Chaos auch von Süden über die Welt?

Ich habe die Idee, dass die Welt-die-war, auch wirklich war (also die Welt an sich als Masse noch existiert, aber halt auf der Oberfläche die Völker mal kräftig durchgemischt wurden...)
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Re: Alternative Fan-Edition zu Age of Sigmar

Beitragvon obaobaboss » Sonntag 6. Mai 2018, 12:04

Ich würde mich da auch an den Endtimes-Handlungen halten bzw. die Antworten die Josh Reynolds (?) auf AMA gegeben hat nutzen. Auch diese Reiche außerhalb der Alten Welt sind untergegangen, sei es durch Chaos, Skaven oder Grünhäute. Da gab es auch so schöne Ideen, wie das der Himmelskaiser von Cathay mit seinen letzten Anhänger auf die See geflüchtet ist (dann hätte man eine Art Water World-Szenario, da sie sich nicht mehr ans Land trauen). Die Archen der Dunklelelfen sind da ebenfalls noch zu finden, nachdem Naggaroth vom Norden her überrannt wurde. Interessant ist bei den Hoch- Und Dunkelelfen natürlich, dass sie nicht mehr um Ulthuan kämpfen können, da es untergegangen ist. Also auch hier ist das Überleben mal das große Ziel, natürlich wollen die arroganten Wesen aber die Kontrolle wieder übernehmen. Und einige schließen sich dafür sicherlich auch mit dem Chaos zusammen.

Auf Lustria ist ja Morrslieb heruntergestürzt, damit gibt es eine Art atomaren Warpsteinwinter, der Dschungel ist ziemlich verdorben. Die Südlande könnte man in ihrem zentralen Teil am ehesten noch als eine Art sichere Zone ansehen, da es dort zuvor schon wenig große Siedlungen gab die Feinde angelockt haben und es relativ weit weg von den Toren ist. Vielleicht könnte es dort einen Ansatzpunkt für ein neues Reich der Kräfte des Guten geben, was jedoch versucht unter dem Radar zu bleiben, bis sie stark genug sind.

Und das Chaos wäre von beiden Seiten in die Welt geströmt.
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Re: Alternative Fan-Edition zu Age of Sigmar

Beitragvon Bücherwurm » Sonntag 6. Mai 2018, 12:11

Ich schmeiß mal kurz ne Anmerkung rein. Also eine südliche Chaoswüste gibts, laut Lexicanum ist sie ausschließlich von Tiermenschen& Dämonen bevölkert was aber nie eine wirkliche Bedrohung darstellte da es keinerlei Landverbindung zu einem der Kontinente gibt. Der einzige Weg wie die sich am Weltuntergang beteiligen könnten wäre mit gelegentlichen Überfällen auf vorbeifahrende Schiffe (könnten aber nur einige Dämonen machen) oder indem alle in den dortigen Chaosriss hopsen und hoffen oben im Norden bzw dem Neuen in Middenheim wieder rauszukommen.
"Wenn Krieg ewig währt und Frieden nur ein leeres Wort ist,
wenn Korruption und Verderbtheit wie ein Krebsgeschwür wuchern,
gibt es nur eines was heilig ist,
Das Sammeln und Bewahren von Wissen."

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