[WFRP 2e]Elfen im Imperium

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Aredic
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[WFRP 2e]Elfen im Imperium

Beitragvon Aredic » Donnerstag 7. Dezember 2017, 00:35

Hallo zusammen,

mich beschäftigt schon seit geraumer Zeit die Frage: "Wie werden Elfen im Imperium wahrgenommen und behandelt?"

Zum Einen findet sich bei der Charaktererstellung eines Elfen diesen aus den Wäldern kommend zu spielen und zum Anderen kann den Geburtsort in Altdorf oder Marienburg festgelegt werden. Die Waldelfen lassen sich ja normalerweise nicht aus ihren Siedlungen herauslocken und bleiben um den Wald und ihr Territorium zu schützen auch dort. Es kann jedoch passieren, dass ein Waldelf durch das Imperium streift da z.B. er ein Gesandter ist oder seine Siedlung abgeholzt wurde.

Wenn ich nun überlege wie ich Elfen in den Städten präsentieren würde, wären sie vermutlich Vogelfrei, Nicht-Bürger und würde es noch schlechter ergehen als dem übrigen Gesindel.

Hier meine Fragen:
1. Wie werden Elfen von den anderen Bewohnern des Imperiums wahrgenommen?
2. Da die Elfen seit jeher isoliert leben, haben die Menschen/Zwerge/Halblinge bestimmt eigene Geschichten über die Elfen. Gibt es Menschen die Angst vor den Elfen haben und sich Schaudergeschichten erzählen? Was erzählen sie sich?
3. Werden Elfen überhaupt in ein Dorf oder eine Stadt eingelassen?
4. Wie reagiert die Bevölkerung auf sie? Gibt es einen Teil der Bevölkerung der ihnen wohlgesonnen ist oder wird gleich ein Lynchmob organisiert?
5. Leben die "Stadt"-Elfen in eigenen Vierteln, Ghetto oder Slums? Dürfen sie eine Tätigkeit nachgehen? Gelten für sie Gesetze, oder haben sie eigene? Wie sind die "Stadt"-Elfen organisiert?
6. Was passiert wenn eine rein elfische Abenteuergruppe durchs Imperium zieht?
7. Gibt es regionale Unterschiede, wie die Bevölkerung auf Elfen reagiert? Kann sich ein Elf halbwegs normal durch Altdorf bewegen, während er in Nuln völlig heraussticht?

Die Fragen brennen mir schon lange auf den Nägeln. Falls es das Thema schon gibt, habe ich es leider nicht gefunden..

Schöne Grüße,
Aredic
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Björn
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Re: [WFRP 2e]Elfen im Imperium

Beitragvon Björn » Donnerstag 7. Dezember 2017, 10:16

Aredic hat geschrieben:
1. Wie werden Elfen von den anderen Bewohnern des Imperiums wahrgenommen?

Das ist ziemlich unterschiedlich. In ländlichen Regionen natürlich etwas anders als in Großstädten. Auch in Städten wird bestimmt eine gewisse Form von Rassismus gepflegt, während es in ländlicheren Gegenden eher Angst vor dem Unbekannten ist.
Dabei musst du wissen, dass es ja mehrere Gruppierungen gibt:
Die Meer- bzw. Seeelfen (seefahrende Hochelfen) kennt man im Imperium. Sind ein alltäglicher Anblick in Marienburg, da sie dort Handel treiben.
Die Waldelfen kennt man im Imperium. Die verirren sich manchmal in menschliche Gegenden.
Die Dunkelelfen kennt man im Imperium nicht unbedingt. Wenn doch, dann nur in schlechter Erinnerung an diese. Sie sind die bösen, feindseligen Elfen. Foltermeister und Herren der Qualen.
Die Hochelfen kennt man zwar, sieht man aber eher selten. Was sollen die sich auch mit den schnottigen Menschen abgeben?

2. Da die Elfen seit jeher isoliert leben, haben die Menschen/Zwerge/Halblinge bestimmt eigene Geschichten über die Elfen. Gibt es Menschen die Angst vor den Elfen haben und sich Schaudergeschichten erzählen? Was erzählen sie sich?

Das hängt auch wieder von den Leuten selbst ab. Schaudergeschichten über Zwerge wird es wohl zum Beispiel nicht viele geben; zumindest nicht in einem Gebiet, wo Sigmar Heldenhammer verehrt wird. Geschichten werden meistens gemacht, ausgeschmückt und sind am Ende völlig übertrieben. Vielleicht haben sie einen wahren Kern. Lass dir doch selbst etwas einfallen! ;)

3. Werden Elfen überhaupt in ein Dorf oder eine Stadt eingelassen?

Ja, warum denn nicht? Es sind ja nun mal keine Grünhäute oder Tiermenschen. Kann sein, dass sie die eine oder andere Münze mehr zahlen müssen, weil sie auf die Torwache einen naiven Eindruck machen. Besonders junge Waldelfen, die sich dazu bereiterklärt haben eine Weile unter Menschen zu leben, kann man gut abzocken.

4. Wie reagiert die Bevölkerung auf sie? Gibt es einen Teil der Bevölkerung der ihnen wohlgesonnen ist oder wird gleich ein Lynchmob organisiert?

Elfen werden, zumindest bei mir, zwar merkwürdig angesehen, aber dennoch weiß man, dass es sie gibt. Sie gehören zum Anblick jeder Großstadt. Zwar sind sie nicht so zahlreich wie die Zwerge oder Halblinge, aber sie sind da.

5. Leben die "Stadt"-Elfen in eigenen Vierteln, Ghetto oder Slums? Dürfen sie eine Tätigkeit nachgehen? Gelten für sie Gesetze, oder haben sie eigene? Wie sind die "Stadt"-Elfen organisiert?

Ich weiß, dass Elfen in Marienburg ein eigenes Viertel haben. Die sogenannten Meerelfen sind Seefahrer und kommen bestimmt auch mal in Nuln oder Altdorf vorbei; aber das hab ich oben ja bereits erwähnt. Elfen können durchaus auch Geschäfte haben oder normalen Berufen nachgehen. Welcher Jäger möchte nicht von der qualitativ hochwertigen Arbeit eines Waldelfen-Bogners profitieren?
Es kann gut sein, dass Elfen, die in einer Stadt sesshaft sind, mehr Steuern zahlen müssen als ein Mensch, da bin ich mir aber nicht sicher.

6. Was passiert wenn eine rein elfische Abenteuergruppe durchs Imperium zieht?

Sie müssen höllisch aufpassen, nicht einer Gruppe von Slayern in die Arme zu laufen... Nein, es wird nichts Großartiges geschehen. Sie werden geduldet. Mag sein, dass sie ihre Waffen abgeben müssen; dann aber auch nur in Kleinstädten oder Dörfern. Wie gesagt, jede Warhammerrunde regelt das anders. Meine Welt ist sehr rassistisch, besonders in den Dörfern. Auch der Aberglaube ist stark vertreten in meiner Darstellung der Alten Welt. In den Städten hält sich das in Grenzen.

7. Gibt es regionale Unterschiede, wie die Bevölkerung auf Elfen reagiert? Kann sich ein Elf halbwegs normal durch Altdorf bewegen, während er in Nuln völlig heraussticht?

Wie bereits erwähnt, werden sie in größeren Siedlungen bzw. Städten zum Alltagsbild gehören.


Ansonsten gibt es hier auch noch einige Infos: http://whfb-de.lexicanum.com/wiki/Elfen
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Re: [WFRP 2e]Elfen im Imperium

Beitragvon Aredic » Donnerstag 7. Dezember 2017, 16:54

Danke für die ausführliche Antwort! Jetzt macht es auch Sinn warum Elfen in Marienburg leben. Leider verabsäumt die 2te Edition(bis auf 1 Absatz im Grundregelwerk, 1 Seite in Sigmars Erben und hier und da ein paar Häpchen) auf die Elfen näher einzugehen, dadurch ist es mir schwer gefallen Elfen authentisch darstellen zu können, da das Rollenspiel meine einzige offizielle Bezugsquelle zu Fluff ist.

Ich werde in kleinen Städten und Dörfern einen Elfen bestimmt zu etwas besonderem machen. Vermutlich nicht immer zu seinem Nachteil, aber die Menschen im Imperium haben oft wenig mit den Elfen zu tun und wissen es nicht besser, als sie zu meiden ;)
Natürlich kann ein Elf die lokale Bevölkerung davon überzeugen, dass die Geschichten die erzählt werden nicht stimmen, aber es wird immer Spinner geben die eine in Stein gemeiselte Meinung haben.
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Re: [WFRP 2e]Elfen im Imperium

Beitragvon Björn » Donnerstag 7. Dezember 2017, 16:57

Interessantes zur Psychologie der Elfen findet man noch in diesem Buch:
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"Aus den Archiven des Imperators", ein Quellenbuch der ersten Edition.
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Aredic
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Re: [WFRP 2e]Elfen im Imperium

Beitragvon Aredic » Donnerstag 7. Dezember 2017, 18:03

Danke für den Hinweis! ich hab irgendwie ganz vergessen, dass ich dieses Buch ja auch bei mir rumliegen habe :roll:

Die Passage ist wirklich interessant! Eine derart detaillierte Beschreibung der Elfen ist mir bisher noch nicht untergekommen. Vorallem das Bran Wa Shin könnte lustige Begebenheiten hervorrufen :)

Wurde das Bran Wa Shin von deinen Spielern eingesetzt?
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Re: [WFRP 2e]Elfen im Imperium

Beitragvon Björn » Freitag 8. Dezember 2017, 06:53

Aredic hat geschrieben:Wurde das Bran Wa Shin von deinen Spielern eingesetzt?

Ob du es glaubst oder nicht, ich hatte bisher selten Spieler, die sich einen Elfen erschaffen haben.

Ich hatte mal einen Spieler, der einen fetten Elfen verkörperte (ja, der hatte echt ne Wampe :D ). Dieser baute sich in Altdorf ne Bognerei auf. Er nutzte das Bran Wa Shin natürlich auch. Demnach hat er eben für sich uninteressante Dinge "gelöscht", was ihm manchmal auch zum Verhängnis wurde wenn er mit Kunden zu tun hatte. Kunde: "Ich hatte dir doch letztes Mal von meinem neidischen Nachbarn erzählt..." Der Elf: "Echt? Wann? Und welcher Nachbar?" :mrgreen:
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Re: [WFRP 2e]Elfen im Imperium

Beitragvon Hexates » Freitag 8. Dezember 2017, 10:28

Ich war schon lange nicht mehr in diesem Forum schreiberisch aktiv, aber auf die Antwort von Björn muss ich mich zu Wort melden: Grundsätzlich stimme ich mit den Aussagen von Björn überein, würde aber alle seine Anmerkungen zuspitzen bzw. extremisieren wollen. Die Elfen von Warhammer sind in meinem Verständnis ganz dezidiert KEINE MENSCHEN. Sie haben eine grob humanoide Form (Rumpf, 2 Beine & Arme, Kopf, aufrechter Gang) unterscheiden sich aber körperlich deutlich in ihren Abmessungen, Bewegungsformen, Mimik, Gestik und Stimme stark von sterblichen Menschen. Zudem sind ihre Gesichtsformen und -Charakteristika komplett verschieden von menschlichen (Knochenform, Augenwinklung, Hauttyp etc.). Die stärksten Unterschiede zu den Menschen kommen aber erst durch ihre Psyche zutage: Ähnlich wie die Zwerge sind auch Elfen in psychosozialer Sicht weitestgehend inkompatibel mit Menschen; der Vergleich zwischen Esel und Raubkatze liegt verlockend nahe.

Elfen sind in Warhammer ein extrem rarer Anblick für einen Durchschnittsmenschen, sodass die meisten NIEMALS einen bewusst zu Gesicht bekommen werden; dies gilt primär außerhalb von Großstädten. Das führt wiederum dazu, dass die meisten gar keine genaue Vorstellung davon haben, wie ein Elf überhaupt genau aussieht und diese deshalb ZURECHT mit Mutanten verwechselt werden. Aus diesem Grund stehen Elfen im Imperium weithin in Verbindung mit dunkler Magie (Stichwort "Elfenhexe") und sind Opfer aller erdenklicher menschlicher Ressentiments.

Auf der anderen Seite sehen die Elfen selbst auch keine Gemeinsamkeiten zwischen ihrer und der menschlichen Spezies. Vielmehr ordnen sie das Menschengeschlecht auf einer Stufe mit der Tierwelt ein. Diese Weltsicht (aus menschlicher Sicht oft als Arroganz gewertet) ist einer der Hauptgründe für die schlechten Beziehungen zwischen Menschen und Elfen, und erklärt warum Elfen verschiedenster Couleur die Vertreter der menschlichen Rasse wie Haustiere halten oder wie Wild jagen und verspeisen.

Ich kann nur immer wieder betonen: Nichtmenschliche Spezies auf eine Stufe mit Menschen zu stellen oder auch nur zu eng anzunähern, raubt diesen ihre Individualität und der Rollenspielwelt als ganzer ungeahnte Dimensionen an Komplexität! Dies ist eine der Todsünden des Fantasy-Rollenspiels!

Was die Darstellung eines fetten Elfen angeht, bricht dies für mich mit jeglichen Konventionen. Ich habe schon oft über körperliche Variationen der elfischen Physiognomie nachgedacht, aber krasse Abweichungen von der Norm (spez. was Körperfett angeht) scheinen mir absolut unpassend (vgl. mit anorexischen Zwergen oder schmächtigen Orks). Wie ich es auch drehe oder wende, kann ich darin kein Potenzial für das Warhammer-Universum sehen, weshalb ich sehr an einer Erklärung eurer Beweggründe interessiert wäre.
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Re: [WFRP 2e]Elfen im Imperium

Beitragvon Björn » Freitag 8. Dezember 2017, 12:46

Hexates hat geschrieben:Ich war schon lange nicht mehr in diesem Forum schreiberisch aktiv, aber auf die Antwort von Björn muss ich mich zu Wort melden: Grundsätzlich stimme ich mit den Aussagen von Björn überein, würde aber alle seine Anmerkungen zuspitzen bzw. extremisieren wollen. Die Elfen von Warhammer sind in meinem Verständnis ganz dezidiert KEINE MENSCHEN. Sie haben eine grob humanoide Form (Rumpf, 2 Beine & Arme, Kopf, aufrechter Gang) unterscheiden sich aber körperlich deutlich in ihren Abmessungen, Bewegungsformen, Mimik, Gestik und Stimme stark von sterblichen Menschen. Zudem sind ihre Gesichtsformen und -Charakteristika komplett verschieden von menschlichen (Knochenform, Augenwinklung, Hauttyp etc.). Die stärksten Unterschiede zu den Menschen kommen aber erst durch ihre Psyche zutage: Ähnlich wie die Zwerge sind auch Elfen in psychosozialer Sicht weitestgehend inkompatibel mit Menschen; der Vergleich zwischen Esel und Raubkatze liegt verlockend nahe.

Prinzipiell gebe ich dir Recht. Deine Ansichten sind ausführlich und detailliert. Elfen sind eben anders, da gibt es gar keine Diskussion. Aber: Wenn der Esel der Mensch ist und die Raubkatze der Elf (korrigiere mich, wenn ich das falsch verstehe), dann frage ich mich, warum es Elfen immer wieder zu den Menschen hinzieht. Speziell jetzt im (menschlichen) Adel, wo sie sich zum Beispiel als Schwertmeister hervortun. Was haben sie davon, wenn sie den Menschen doch so weit überlegen sind? Es wäre doch absolute Zeitverschwendung. Ich würde mich nicht dauerhaft mit "Kleinkindern" abgeben wollen. Oder habe ich das verkehrt interpretiert?

Elfen sind in Warhammer ein extrem rarer Anblick für einen Durchschnittsmenschen, sodass die meisten NIEMALS einen bewusst zu Gesicht bekommen werden; dies gilt primär außerhalb von Großstädten. Das führt wiederum dazu, dass die meisten gar keine genaue Vorstellung davon haben, wie ein Elf überhaupt genau aussieht und diese deshalb ZURECHT mit Mutanten verwechselt werden. Aus diesem Grund stehen Elfen im Imperium weithin in Verbindung mit dunkler Magie (Stichwort "Elfenhexe") und sind Opfer aller erdenklicher menschlicher Ressentiments.

Elfen mögen vielleicht in den ländlichen Gegenden ein seltener Anblick sein, nicht aber in den Großstädten. Dort gehören sie mehr oder weniger zum alltäglichen Anblick. Sie treiben eben Handel; und den nicht zu knapp. Auch hier ähneln sich unsere Ansichten.
Auf der anderen Seite sehen die Elfen selbst auch keine Gemeinsamkeiten zwischen ihrer und der menschlichen Spezies. Vielmehr ordnen sie das Menschengeschlecht auf einer Stufe mit der Tierwelt ein. Diese Weltsicht (aus menschlicher Sicht oft als Arroganz gewertet) ist einer der Hauptgründe für die schlechten Beziehungen zwischen Menschen und Elfen, und erklärt warum Elfen verschiedenster Couleur die Vertreter der menschlichen Rasse wie Haustiere halten oder wie Wild jagen und verspeisen.

Da stellt sich dann die Frage: Kann man überhaupt als Mensch einen Elfen darstellen? Und zwar genau so? Ich habe immer schon betont, dass ich persönlich niemals einen Elfen "rassegerecht" darstellen könnte, und wenn, dann nur schlecht. Ich könnte also vielleicht schon, aber wollen? Eher nicht. Stereotypen sind meistens langweilig, aufgesetzte und eindimensionale Figuren. Damit kann und konnte ich noch nie etwas anfangen.
Elfen gelten als seltene, elitäre und geschätzte Berater des Adels. Das beinhaltet auch das Wissen um den Kampf sowohl mit Schwert als auch mit Bogen. Andere durchwandern und entdecken das Imperium auf verschiedenste Weise. Deshalb weiß ich nicht, warum man nicht auf sie treffen sollte. Dann könnte man sich über die Häufigkeit der Aufeinandertreffen streiten. Meine Spielgruppen zum Beispiel sehen sehr sehr selten Elfen außerhalb von Großstädten. Wie es bei anderen ist, weiß ich nicht. Da meine Spielercharaktere einigermaßen gebildet sind (Magierin des Feuerordens / Zwergenalchemist) und aus großen Städten stammen (Nuln und Altdorf), wird für sie eine Begegnung mit Elfen auch nichts Besonderes sein.

Was die Darstellung eines fetten Elfen angeht, bricht dies für mich mit jeglichen Konventionen. Ich habe schon oft über körperliche Variationen der elfischen Physiognomie nachgedacht, aber krasse Abweichungen von der Norm (spez. was Körperfett angeht) scheinen mir absolut unpassend (vgl. mit anorexischen Zwergen oder schmächtigen Orks). Wie ich es auch drehe oder wende, kann ich darin kein Potenzial für das Warhammer-Universum sehen, weshalb ich sehr an einer Erklärung eurer Beweggründe interessiert wäre.

Das bedeutet also für dich: Wenn sich ein Elf jahrelang in menschlicher Nähe aufhält, sich so sehr an die Gepflogenheiten des guten Essens anpasst und sich mit allerlei Süßigkeiten vollstopft, dass sich sein Körper nicht verändert? Er nimmt also nicht zu? Das halte ich für absoluten Unsinn. Klar wird er irgendwann fett. Das ist eine biologische Tatsache. Auch ein Elf wird dick! Es sei denn er ist aufgrund seiner Gene nicht in der Lage dick zu werden und diese Information habe ich noch nirgendwo gesehen bzw. gelesen. Und selbst wenn, hatte der benannte Elf eben einen "Gendefekt".
Und abschließend kann ich sagen, dass genau DAS für mich Warhammer ist. ;)
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Re: [WFRP 2e]Elfen im Imperium

Beitragvon Hexates » Freitag 8. Dezember 2017, 13:59

Prinzipiell gebe ich dir Recht. Deine Ansichten sind ausführlich und detailliert. Elfen sind eben anders, da gibt es gar keine Diskussion. Aber: Wenn der Esel der Mensch ist und die Raubkatze der Elf (korrigiere mich, wenn ich das falsch verstehe), dann frage ich mich, warum es Elfen immer wieder zu den Menschen hinzieht. Speziell jetzt im (menschlichen) Adel, wo sie sich zum Beispiel als Schwertmeister hervortun. Was haben sie davon, wenn sie den Menschen doch so weit überlegen sind? Es wäre doch absolute Zeitverschwendung. Ich würde mich nicht dauerhaft mit "Kleinkindern" abgeben wollen. Oder habe ich das verkehrt interpretiert?


Im Ganzen betrachtet treibt es die Elfen aber gar nicht oft zu den Menschen. Es sind nur Sonderlinge, die in die Königreiche der Menschen abwandern und mit diesen interagieren, insofern dies nicht auf geschäftlicher oder politischer Basis ist. Auch letzteres ist aber eine unliebsame Position aus dem elfischen Blickwinkel.
Dass die Elfen den Menschen "doch so weit überlegen" wären, habe ich gar nicht geschrieben, möchte es in den meisten Fällen aber nicht verneinen. Dass ein Elf sich mit Menschen abgibt, kann viele unterschiedliche Gründe haben, aber trotzdem ist es nicht elfische Norm, aber durchaus ein elfisches Stigma (z.B. wäre der schmähvolle Spitzname "Menschenfreund" denkbar).

Elfen mögen vielleicht in den ländlichen Gegenden ein seltener Anblick sein, nicht aber in den Großstädten. Dort gehören sie mehr oder weniger zum alltäglichen Anblick. Sie treiben eben Handel; und den nicht zu knapp. Auch hier ähneln sich unsere Ansichten.


Ich habe das nie so gelesen. Meine Erfahrungen beziehen sich auf die Zeit der 6. Edition aufwärts. Wobei ich auch zugestehe zwischen gutem und schlechtem Fluff zu unterscheiden (bzw. unterscheiden zu können).

Da stellt sich dann die Frage: Kann man überhaupt als Mensch einen Elfen darstellen? Und zwar genau so? Ich habe immer schon betont, dass ich persönlich niemals einen Elfen "rassegerecht" darstellen könnte, und wenn, dann nur schlecht. Ich könnte also vielleicht schon, aber wollen? Eher nicht. Stereotypen sind meistens langweilig, aufgesetzte und eindimensionale Figuren. Damit kann und konnte ich noch nie etwas anfangen.
Elfen gelten als seltene, elitäre und geschätzte Berater des Adels. Das beinhaltet auch das Wissen um den Kampf sowohl mit Schwert als auch mit Bogen. Andere durchwandern und entdecken das Imperium auf verschiedenste Weise. Deshalb weiß ich nicht, warum man nicht auf sie treffen sollte. Dann könnte man sich über die Häufigkeit der Aufeinandertreffen streiten. Meine Spielgruppen zum Beispiel sehen sehr sehr selten Elfen außerhalb von Großstädten. Wie es bei anderen ist, weiß ich nicht. Da meine Spielercharaktere einigermaßen gebildet sind (Magierin des Feuerordens / Zwergenalchemist) und aus großen Städten stammen (Nuln und Altdorf), wird für sie eine Begegnung mit Elfen auch nichts Besonderes sein.


Kann man als Mensch im RPG einen Hund oder ein Pferd darstellen? Wenn ja, dann auch einen Elfen. Ich habe in meinem Post nicht gegen deren allgemeine Spielbarkeit argumentiert.
Bei uns versuchen wir den Einsatz von Elfen in WH stark zu reduzieren (um nicht sogar zu sagen, ihn zu vermeiden), weil Menschen eigentlich immer dieselbe Funktion erfüllen kann wie ein Elf und dies zumeist besser - besser genau aus dem Grund, dass er nicht so kompetent ist wie ein Elf.

Das bedeutet also für dich: Wenn sich ein Elf jahrelang in menschlicher Nähe aufhält, sich so sehr an die Gepflogenheiten des guten Essens anpasst und sich mit allerlei Süßigkeiten vollstopft, dass sich sein Körper nicht verändert? Er nimmt also nicht zu? Das halte ich für absoluten Unsinn. Klar wird er irgendwann fett. Das ist eine biologische Tatsache. Auch ein Elf wird dick! Es sei denn er ist aufgrund seiner Gene nicht in der Lage dick zu werden und diese Information habe ich noch nirgendwo gesehen bzw. gelesen. Und selbst wenn, hatte der benannte Elf eben einen "Gendefekt".
Und abschließend kann ich sagen, dass genau DAS für mich Warhammer ist. ;)


Ein fetter Elf ist für mich ein Mutant im engen Sinne. Nach meiner Vorstellung können WH-Elfen nicht fett werden, vorher sterben sie. Ähnlich verhält es sich bei Zwergen und Orks: Bevor diese ihre Masse verlieren, bricht ihr Organismus zusammen und sie versterben. Auch mit Blick in die reale Biologie gibt es klare Grenzen in der Fettbildung verschiedener Lebewesen; die Elfen wären hier quasi ein Extremfall. Zwar wäre ein fetter Elf auch in "meinem" Warhammer denkbar, jedoch würde dieser in die letzte Reihe von sonderlichen Randgruppen und regenbogenfarbenen Einhörnern fallen; kurzgesagt ein Lore-Gräuel.
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Re: [WFRP 2e]Elfen im Imperium

Beitragvon Björn » Freitag 8. Dezember 2017, 14:15

Hexates hat geschrieben:Ich habe das nie so gelesen. Meine Erfahrungen beziehen sich auf die Zeit der 6. Edition aufwärts. Wobei ich auch zugestehe zwischen gutem und schlechtem Fluff zu unterscheiden (bzw. unterscheiden zu können).

Warhammer 2.Edition Sigmars Erben, Seite 12 und 13.
"Elfische Experten sind in den Häusern des Adels und Reichen heiß begehrt als Lehrmeister, Schwertmeister, Jäger, Bogenschützen oder als Höflinge..."
oder
"Meist trifft man sie als wandernde Schausteller oder Reisende, die das Imperium erkunden..."

Warhammer 2.Edition Grundregelwerk, Seite 20:
"Am häufigsten sieht man Elfen in großen Handelsstädten wie Altdorf, Nuln und Marienburg. Hier repräsentieren mächtige Handelshäuser die Interessen des fernen Ulthuan"
Wenn ich mächtige Handelshäuser lese, denke ich nicht unbedingt an eine kleine Bude an einer Straßenecke. :D

Hexates hat geschrieben:Bei uns versuchen wir den Einsatz von Elfen in WH stark zu vermeiden, weil ein Mensch eigentlich immer dieselbe Funktion erfüllen können und dies zumeist besser - besser genau aus dem Grund, dass er nicht so kompetent ist wie ein Elf.

Sehe ich auch so. Es gab bei uns bisher kaum Spieler, die einen Elfen spielen wollten. Aus mehreren Gründen. Einer war, die Angst, ihn nicht "korrekt" darzustellen.

Hexates hat geschrieben:Ein fetter Elf ist für mich ein Mutant im engen Sinne. Nach meiner Vorstellung können WH-Elfen nicht fett werden, vorher sterben sie. Ähnlich verhält es sich bei Zwergen und Orks: Bevor diese ihre Masse verlieren, bricht ihr Organismus zusammen und sie versterben. Auch mit Blick in die reale Biologie gibt es klare Grenzen in der Fettbildung verschiedener Lebewesen; die Elfen wären hier quasi ein Extremfall. Zwar wäre ein fetter Elf auch in "meinem" Warhammer denkbar, jedoch würde dieser in die letzte Reihe von sonderlichen Randgruppen und regenbogenfarbenen Einhörnern fallen; kurzgesagt ein Lore-Gräuel.

Und genau da gehen dann unsere Meinungen und Ansichten auseinander, was durchaus nicht schlimm ist. Deine Elfen sehen eben alle gleich aus, während in meiner Version alle humanoiden Wesen auch mal etwas aus der Reihe tanzen können (zugegeben, der dicke Elf war grundsätzlich skurril und keine Erfindung von mir)
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