Abenteuer aus Romanvorlagen

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obaobaboss
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Abenteuer aus Romanvorlagen

Beitragvon obaobaboss » Freitag 14. April 2017, 11:29

Ich sitze gerade an der Vorbereitung eines Abenteuers, da meine Spieler und ich zum Glück mal wieder Zeit gefunden haben. Als sich die Spielrunde anbahnte war ich gerade dabei "The Wine of Dreams" von Brian Craig zu lesen und habe mich nun dazu entschlossen, mein Abenteuer ziemlich davon inspirieren zu lassen. Ich wollte mich hier bei euch mal erkundigen, ob ihr auch bereits Abenteuer entwickelt habt, welche sehr nah an Romanvorlagen dran waren? Natürlich ist der Großteil von selbstgeschriebenen Abenteuern von diversen Büchern und Filmen inspiriert, jedoch habe ich hier tatsächlich vor mich ziemlich an der Handlung im Buch zu orientieren, mit den Charakteren und dem Geschehen (was an manchen Stellen natürlich zu leichten Formen des Railroadings führen kann).

Sehr interessant wird hier sein, dass der Protagonist im Buch auch der Protagonist in diesem Abenteuer bleiben würde und die Spieler mehr als Nebencharaktere dabei sind. Mal schauen, ob das klappt :D

Mein erstes selbstgeschriebenes Abenteuer war damals zwar auch sehr von einem Buch geprägt (und zwar Theodor Storms Schimmelreiter), wobei ich da in erster Linie das Setting und einige der Charaktere übernommen habe, jedoch noch sehr viel hinzugefügt habe. Da es sich hier bereits um ein Warhammer-Buch handelt, ist da weniger nötig.

Also, wie ist eure Meinung dazu? Habt ihr bereits mal mit eurer Gruppe ein Buch "nachgespielt"? Die Idee hatte ich schon öfters beim Lesen, jetzt werde ich es aber zum ersten Mal in dieser Form probieren.
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Re: Abenteuer aus Romanvorlagen

Beitragvon Björn » Samstag 15. April 2017, 08:46

Ich habe diese Form des Vorbereitens und Durchführens so noch nie in Angriff genommen. Meine Abenteuer "schreibe" ich meist selbst und komme dann natürlich ohne Vorgaben aus.

Bei mir es so, dass meine Gruppe sehr allergisch auf "RailRoad-Abenteuer" reagiert. "Der Eine Ring" war in dieser Hinsicht ja richtig schlimm. Zwar spinne ich einen Roten Faden, doch ist dieser so dermaßen dehnbar, dass es manchmal Stunden (RT) dauert, bis meine Spieler diesen wieder aufnehmen. Es sei denn, die Zeit drängt und sie müssen reagieren. ("Ihr verpasst sonst das Schiff" etc. )

Der Ansatz ein Buch als Vorlage für ein Abenteuer zu nehmen ist doch schön. Wissen deine Spieler das denn? Kennen sie womöglich vielleicht das Buch? Nicht dass sie noch Parallelen entdecken und sie dir vorhalten. :D

Ähnliches habe ich mit "Alatriste" vorgehabt. Die Geschichte gibt es als Roman und in dem gleichnamigen Film spielt Viggo Mortensen die Hauptrolle. Als Ort des Abenteuers hätte ich natürlich Estalia ausgewählt. Das Buch und der Film sind, aus meiner Sicht, wahre Juwelen und passen hervorragend in die Warhammer-Welt - speziell eben Estalia und Tilea. Allerdings hatte ich nie vor, die Handlung aus dem Buch 1:1 zu übernehmen. Eher hätten sich die Wege der Charaktere und eben Alatriste auf kuriose Weise gekreuzt. Sie hätten mit ihm vielleicht das eine oder andere Abenteuer erlebt und wären dann wieder ihrer Wege gegangen. Den NSCs hätte ich natürlich andere Namen verpasst: So wäre wohl aus Alatriste Emilio Casto geworden, oder so ähnlich.
Was bleibt dann noch übrig, wenn man den Namen und die Geschichte ändert? Der Ort und der spezielle, einprägsame Charakter der NSCs. Denn diese Dinge hätte ich komplett so übernommen. Das macht eine Figur doch auch aus. Der unverwechselbare Charakter. Und genau das macht die Sache ja auch so schwer. Am Ende kann man dann sagen, dass Alatriste mich einfach nur inspiriert hat, und das nachhaltig.
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Re: Abenteuer aus Romanvorlagen

Beitragvon obaobaboss » Samstag 15. April 2017, 14:03

Das Buch kennen sie sicher nicht, da sie keine Warhammer-Romane lesen und erst recht nicht nur auf englisch erschienene.

Zumindest dass ein Buch mir als Vorlage dient, habe ich bereits verraten. Meine Spieler sind zudem relative Anfänger, von daher ist Railroading manchmal sogar recht hilfreich... und ich werde natürlich auch nicht eisern jeden Schritt planen, ein bisschen Improvisation gehört ja immer dazu.

Tatsächlich fand ich das Abenteuer im Buch sehr interessant, von Figuren und Handlung her besonders, ich kann es mir gut als Abenteuer vorstellen. Es gibt auch schöne Stellen, wo eine Entscheidung gefragt ist, diese aber nicht die ganze Geschichte auf dem Kopf wirft.
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Re: Abenteuer aus Romanvorlagen

Beitragvon obaobaboss » Montag 17. April 2017, 15:41

Ein kleiner Erfahrungsbericht nach der Runde:

Es hat wunderbar funktioniert. Die Spieler hatten zum Teil keine Ahnung, dass es sich um einen Roman handelt, der "nachgespielt" wurde (allen habe ich es im Vorfeld nicht erzählt). Natürlich haben sich viele Stellen ergeben, an denen man von der Original-Geschichte dann doch in andere Richtungen abgedriftet ist, aber tatsächlich ist die Handlung zum größten Teil dieselbe geblieben. Die guten Szenen des Buches haben sich wunderbar als gute Szenen am Tisch bewiesen.

Was den Spieler als Abwechslung wohl mal besonders gefallen hat, war dass sie bei den Handlungen dieses Mal tatsächlich an sich Außenstehende waren, die dem Buch-Protagonisten (aus unterschiedlicher Motivation) zur Seite gestanden sind. Dieser hatte nämlich den Auftrag samt den Entscheidungen und die Spieler haben seine Geschichte miterlebt und ihn beraten/versucht auf ihm einzuwirken. Zudem muss ich zugeben, dass ich doch oft Probleme habe, die Welt um den Spielern herum ganz lebendig zu gestalten. Bei diesem Abenteuer war durch die vom Buch vorgegebenen Geschehnisse, die sie einfach verpassen können, durch diverse Auswirkungen und Handlungen stark erkennbar, dass eben auch Sachen um sie herum geschehen, wo sie nicht anwesend sind.
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Re: Abenteuer aus Romanvorlagen

Beitragvon Björn » Dienstag 18. April 2017, 10:14

Freut mich zu lesen, dass es so gut geklappt hat :)
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Re: Abenteuer aus Romanvorlagen

Beitragvon Bobby » Dienstag 18. April 2017, 10:29

Als ich noch meine "wir kennen Warhammer nicht" Gruppe hatte, wollte ich die komplette Gotrek & Felix Reihe als Abenteuer leiten. Da hätte ich nicht viel vorbereiten, mich aber auf jede Menge Improvisation einstellen müssen.

Grundsätzlich finde ich die Idee super sich von Romanen etc. zu inspirieren lassen.
Karl-Heinz Zapf, der ja einige Warhammer Abenteuer geschrieben hat und mit Schnutenbach ein System auf Edi.1 basierend rausgebracht hat, bezieht sich dort auch oft auf Romane oder Kurzgeschichten.

Hab auch ein englisches Abenteuer auf Basis von Rotkäppchen aus dem Netz.
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Re: Abenteuer aus Romanvorlagen

Beitragvon Aredic » Mittwoch 6. Dezember 2017, 22:49

Ich denke immer wieder daran manche Romane als Abenteuer umzusetzen. Gotrek und Felix eignen sich da ganz gut, da die einzelnen Abenteuer relativ unabhängig voneinander sind. Wenn es meine Spieler einmal nach Kislev verschlägt werden sie sicher auf den einen oder anderen Charakter aus der Ambassador-Reihe treffen, die für mich immer noch die spannensten Warhammer-Romane waren. Außerdem wird in den beiden Büchern die Stadt ausführlich beschrieben!

Für die Umsetzungen sollte ich endlich mal wieder etwas leiten.
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