Die Wahrheit über WFRP3 ?!

Alles rund um die Regeln der 3. Edition des WFRSP
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Athair
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Die Wahrheit über WFRP3 ?!

Beitragvon Athair » Mittwoch 20. August 2014, 09:12

Ganz frech verlinke ich ins ehemalige Blutschwerter-Forum.

Da sind einige sehr interessante (frühe) Eindrücke von WFRP 3 und apologetische Einwürfe. Lohnt sich mMn zu lesen. (Sind zwar 5 Foren-Seiten, aber die vielen 1-bis-2-Satz-Beiträge kann man gut überfliegen.)


Gut. Ich hoffe das Thema wurde gelesen.
Wenn nicht, ist es auch nicht so schlimm.

Schließlich soll es hier um dieses gehen:


Athair auf Aktion Abenteuer hat geschrieben:Jetzt, wo die englische Version offiziell tot ist, wäre ich ein einem Fazit "der Wahrheit" interessiert.

Ich selbst hab das Spiel nicht spielen können. Das hätte jemand für mich leiten müssen, bzw. muss jemand für mich leiten.

Die ersten beiden Bücher auf deutsch (SL- & Spieler-Buch) + zugehörige Vaults habe ich gekauft. Hab die Bücher aber immer wieder in den Schrank gestellt und irgendwann dort gelassen. Mich hat die Schreibe (ich glaube nicht, dass es an der Übersetzung lag) überhaupt packen können. Jedenfalls nicht in der Weise, dass ich die Bücher so durchgeackert hätte, dass es zum Spielen reicht.

(Kurz: Was mich abgehalten hat mich mehr mit WFRP3 auseinanderzusetzten war vor allem andern: Schreibstil, Präsentation der Welt, SL-Tipps/-Regeln).


Wie erging es euch mit WFRP3?
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Re: Die Wahrheit über WFRP3 ?!

Beitragvon obaobaboss » Mittwoch 20. August 2014, 10:09

Es war ja, wie in meinem Berichtthread nachzulesen ist, mein erstes System, dass ich geleitet habe. Und für meine Spieler überhaupt das erste RPG. Vorneweg: Es funktioniert und es macht Spaß. Wir haben viele, viele schöne Stunden verbracht. Zahlreiche Funktionen sind richtig gut (Krankheiten etwa), andere waren für mich immer weniger ansprechend (Gruppenkarte). Ich habe dort viel gehausregelt und es ist, aus meiner Sicht, sehr aufwändig als Spielleiter. Durch die Menge an Tokens, "Cooldowns", Würfelpoolmodifikatoren usw. kam ich schon des Öfteren ins schwitzen. Aber nicht umsonst besitze ich alles Erschienene und war auch immer aufgeregt und froh, wenn ich wieder neue Karten in meinem Ordner packen konnte (selbst bei den ganzen Magiern und Priestern, welche nicht gespielt wurden).

Ich hätte sicherlich weitergespielt, wenn ich nicht durch Ende meines Studiums die Gruppe nun nicht mehr leiten kann. Aber schon zuvor habe ich mich ziemlich in die zweite Edition verguckt. Zuvor nur als Quellenbände usw. organisiert, fand ich das System simpler und doch auch wunderbar ausgearbeitet. Es ist aus meiner Sicht einfach weniger aufwändig für mich in der Vorbereitung (sei es Material, wie auch Zusammenstellung etwa der Monster/Npc mit Aktionskarten usw.).

Zu den Kämpfen ist wohl zu sagen, dass sie, zumindest so wie wir sie führten, recht Zeitaufwändig waren. Es liegt wieder an die Würfeln, Ergebnis feststellen, Auswirkungen der Karte feststellen usw. Effekte für Chaossterne und Sigmarkometen kamen zusätzlich noch dau.

Platz ist natürlich auch ein Thema, bei unserer Runde, alles Studenten, sogar teilweise recht brisant. Da ich auch noch den Laptop für die Hintergrundmusik dabei habe, zwei Mappen mit Monster oder Aktionskarten, einen Karton mit Tokens usw., das Regelbuch, die Erweiterungen, Notizzettel, Spielleiterschirm, Miniaturen und Bodenpläne (die nahmen natürlich recht viel Platz ein, aber ich möchte nicht darauf verzichten), war der Tisch mit dem zusätzlichen Knabber- und Trinkzeug immer sehr voll und trug nicht zur Übersichtlichkeit bei.

Das Rollenspiel gelang aber immer ziemlich gut und Stress, sowie Erschöpfung, waren schöne simple Dinge, mit denen man auch dort kleinere Auswirkungen kurzerhand einbauen konnte.

Obwohl ich jetzt doch einiges an Kritik gebracht habe, möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass meine Gruppe und ich es lang und oft gespielt haben und ich die Zeit auch nicht mit einem anderen System tauschen würde.

Evtl. könnte ich meine Spieler ja nach einer Einschätzung fragen, wie es ihnen ergangen ist, wenn Interesse daran besteht?
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Re: Die Wahrheit über WFRP3 ?!

Beitragvon Björn » Mittwoch 20. August 2014, 10:38

Vielleicht sollte man auch die Warhammer-Welt mal von dem Regelsystem trennen. Denn eigentlich geht es immer wieder um das neue Regelkorsett in das die Warhammerwelt eingezwängt wurde. Die Welt war vor dem System da, und mit der ersten und der zweiten Edition auch genug Stoff für eine hervorragende Rollenspiel-Welt.

Die Mechaniken der dritten Edition fand ich, sofern ich das beurteilen kann, nicht sonderlich spannend. Einige mögen es Innovation nennen, ich nenne es Monopolstellung. Vor allem im Bezug auf das fremdartige Würfelsystem und der Anschaffung der Würfel (meine alten Würfel sind nutzlos und deswegen werde ich gezwungen mir die speziellen Würfel zu kaufen). Warum in Herr Gotts Namen muss ich nun Zeichen lernen, obwohl ich mit Zahlen, aufgrund des alltäglichen Bezugs, wesentlich mehr anstellen kann? Auch die Karten und Marker sind nicht unbedingt innovativ, für mich sogar eher nervig.

Schlussendlich glaube ich aber nicht, dass die Dritte deswegen zu Grunde ging. Es hätte auch ein "altes" System sein können und sie wäre trotzdem gescheitert.
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Re: Die Wahrheit über WFRP3 ?!

Beitragvon Greifenklaue » Sonntag 24. August 2014, 14:23

Ich habe Warhammer 2 und 3 zeitgleich als Spieler angefangen, auch wenn mit beide Gruppen mit ihren Spezifika gefallen, hat beim System Warhammer 3 deutlich mehr gepunktet.

Natürlich ist es für den SL ein großer Auswand, für mich als herausforderungsorientierten, gern auch taktischen Spieler mag es, den ganzen Kram zu verwalten und mir zu überlegen, wie kann ich jetzt was einsetzen.

Um es mal vergleichend zu sagen: Das System WH3 ist komplexer als manch anderes, ohne zugleich auch komplizierter zu sein.

Aber, man muss auch anerkennen, dass narritativ oder simulatorisch aufgestellte Spieler hier nicht so gut bedient sind. (Das hat dann Star Wars geändert, dass spricht auch narritative Spieler gut an und ist deutlich schlanker.)
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Re: Die Wahrheit über WFRP3 ?!

Beitragvon Athair » Montag 25. August 2014, 00:11

Greifenklaue hat geschrieben:Aber, man muss auch anerkennen, dass [...] simulatorisch aufgestellte Spieler hier nicht so gut bedient sind.
Das könnte der Paradigmenwechsel sein, der die Altfans verschreckt hat.

Gute Beschreibung! :up:
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Re: Die Wahrheit über WFRP3 ?!

Beitragvon Zombie » Montag 25. August 2014, 17:33

Mir haben die vielen Tokens und vor allem auch die Magieregeln von Anfang an nicht gefallen. Ich habe ein paar mal versucht nach 3rd Regeln zu spielen, war aber am Ende des jeweiligen Abends immer wieder froh, mir damals nicht selbst die Regeln gekauft zu haben. An meinen ersten Postings von damals und den ersten Eindrücken, die ich gesammelt hatte, hat sich also nicht mehr wirklich etwas geändert.

Die (in meinen Augen) furchtbare Trefferregel (Schaden, obwohl alles durch Rüstung negiert worden wäre) und Gruppenfähigkeiten sowie Cooldowns waren dann im Grunde nur die Tropfen, die das Fass zum überlaufen gebracht haben. Das konnten dann die tollen Würfel auch nichts mehr retten.

Die Wahrheit (die man ohnehin nicht allgemeingültig festlegen kann) für mich wäre damit einfach, dass Warhammer 3 ein paar nette Ideen hatte ... und den Rest einfach vollkommen vor die Wand gefahren hat. Ich weine dem System keine Träne nach und hoffe inständig, dass ein potentielles Warhammer 4 dann völlig auf diesen ganzen Schnickschnack verzichten wird und vielleicht eher ein Warhammer 2.5 wird, als ein Warhammer 3.5 - oder eben ein völlig neues System ... dieses dann aber bitte auch weniger experimentell wie 3.

Greifenklaues Einwand birgt sicherlich viel Wahrheit.

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