Kontraste

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Björn
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Kontraste

Beitragvon Björn » Donnerstag 26. Oktober 2017, 08:58

Dann hau ich mal, ich hatte Ähnliches schon mal irgendwo gepostet, diese Textblöcke von Wiki zu den Italo-Western raus:
Wikipedia hat geschrieben:An die Stelle moralisierender und traditioneller (US-amerikanischer) Western-Motive wie Aufrichtigkeit, Anständigkeit und Altruismus setzte der Italowestern Antihelden, die gegen bürgerliche Konventionen und Verhaltensnormen rebellieren. Auch wurden gesellschaftliche Missstände thematisiert, woran sich das genuin europäische Motiv des Italowesterns zeigt. Im Italowestern ist das Amerikanische etwas exotisches. 'Unbegrenzte Möglichkeiten' stehen hier bisweilen für geradezu abstruse Exzesse der Erfindung, aber all dies mit einer bemerkenswerten und bis dahin ungekannten 'Authentizität', die nur einerseits das Äußerliche, vornehmlich Ausstattung, Bauten, Requisiten, Garderobe betrifft, und andererseits die 'Schlechtigkeit' des Western-Menschen, die hier vermeintlich schonungslos 'dargestellt', viel eher aber ebenso fantasievoll erdichtet wird, wie die übermenschliche 'Anständigkeit' des bis dahin typischen Western-Helden. So ist ein weiteres Motiv bisweilen die Darstellung exzessiver Gewalt zu bloßem Sensationszweck.


Besonders den folgenden Text finde ich sehr interessant.
Wikipedia hat geschrieben:Der Italowestern ist oft von markigen Anti-Helden vor häufig schmutzig-schäbiger Kulisse bestimmt. Gerechtigkeitssinn und selbstloses Handeln, die die Helden der amerikanischen Western bis dahin oft auszeichneten, sind hier entweder im Heldencharakter gerade nur zu erahnen oder weichen ganz Habgier und Eigennutz. Der Held des Italowestern wird oft durch Rache oder das Streben nach Geld angetrieben und hält sich aus moralisch motivierten Konflikten heraus. Diese Figuren sind im doppelten Sinne ein zeitlicher Abgesang auf die US-Westernhelden, einmal in den Filmhandlungen als späte Protagonisten des Wilden Westens und einmal real als Ausläuter der gesamten Western-Ära.


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John Wayne (die "sauberen" Western)-------------Lee van Cleef (Italo-Western-BadAss)

Warum erwähne ich das?
Weil ich im Italo-Western sehr viele Gemeinsamkeiten oder Parallelen zu meinem Leitstil im Pen&Paper-Rollenspiel und der Präsentation meiner Spielwelt sehe; besonders bei Warhammer bzw. ZWEIHÄNDER. Mehr noch: Die Illustrationen im Regelwerk von Letzterem tragen ihr Übriges dazu bei, dass sich der "Hintergrund" so anfühlt, wie die Italo-Western beschrieben werden. Wo DSA oder D&D für mich im übertragenen Sinn den amerikanischen Aalglatt-John-Wayne-Gutling-Western darstellen, kommt ZWEIHÄNDER auf einmal mit dreckigen Antihelden um die Ecke. Stellt man als Spielleiter dann die Welt so dar wie sie im Buch beschrieben wird, entsteht ein gigantischer Kontrast zwischen den Systemen bzw. den Welten. Natürlich kann man D&D / DSA auch dreckig und schurkig spielen, nur ist dies vom Regelwerk/Hintergrund so nicht gewollt.

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Hier noch einmal der Kontrast über den ich geschrieben habe. Die Bilder treffen das ganz gut.

Ein anderen, für mich sehr wichtigen Teil, stellt der schwarze Humor in meinen Erzählungen dar. Ohne ihn wäre das Rollenspiel nur halb so schön. Auch hier sehe ich viele Gemeinsamkeiten von ZWEIHÄNDER/Warhammer und den Italo-Western. Soll heißen: Jemand der den Filmklassiker "Zwei glorreiche Halunken" toll findet, wird sich garantiert auch in meinen Rollenspielrunden sehr wohl fühlen. So könnte ich den Plot von diversen Italo-Western problemlos in meine Warhammer-Abenteuer konvertieren. Vielleicht mache ich das mal. :mrgreen:


Wie empfindet ihr das?
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obaobaboss
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Re: Kontraste

Beitragvon obaobaboss » Donnerstag 26. Oktober 2017, 11:40

Da bin ich ganz bei dir, grim und perilous. Antihelden sind auch interessanter und schön ist, dass die Spieler bei der richtigen Umgebung sich schnell anpassen. Wenn der Sigmarpriester ein totaler Fundamentalist ist, der über Leichen geht, der Rittersmann wegen dem einfachen Volk sein Schwert nicht schmutzig machen will und der Graf den persönlichen Profit über das Wohl seiner Untertanen stellt... ja, das färbt schon ab.

Wobei ich hin und wieder auch eine Reise in das High Fantasy-Strahlemann-Setting genießen kann, Abwechslung ist ja was feines. Bevorzugt wird dann aber doch das Düstere.
KhornedBeef
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Re: Kontraste

Beitragvon KhornedBeef » Freitag 27. Oktober 2017, 08:23

Ich bin ja auch der Ansicht dass die besten Western nicht aus dem Westen kamen ;)
Diese Unterscheidung zwischen Helden und Antihelden trifft ziemlich ins Schwarze, und ist ja auch so gewollt. Warhammer war damals als Setting so innovativ, weil es es diese verrotzte, zusammenbrechende, schwarzhumorige Parodie eines phantastischen Settings war, quasi post-Fantasy. Und wie du so treffend bemerkst sind viele der Italo-Western auch Abgesänge auf ihre Welt (Spiel mir das Lied vom Tod ist auch deshalb brilliant, weil er das so nebenher erzählt).
Und du hast auch recht damit, dass D&D Heldentum zu wollen scheint. Es gibt zwar alle Gesinnungen, aber locker ein Drittel davon ist schlecht erklärt, und der Rest tendiert zum Weltretten. (Wer sich mehr Bandbreite wünscht, aber nicht wüsste, wie: http://www.giantitp.com/forums/showthre ... per-Thread Bester Thread ever )

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