Ansichten zum 40K Universum

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Björn
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Ansichten zum 40K Universum

Beitragvon Björn » Mittwoch 16. Mai 2018, 08:13

Offensichtlich scheinen sich die Meinungen bezüglich der Ansichten auf die Warhammer-40K-Welt sehr zu unterscheiden. Deswegen mache ich mal das Ding hier auf, damit sich jeder mal austoben kann.


Zu mir: Ich komme eigentlich aus der Fantasy-Ecke und bin, im Vergleich zu einigen anderen Usern hier, ein "Noob". Vielleicht auch Noob, weil ich eben nicht alle Romane gelesen, alle Armeebücher des Tabletop-Games besitze und auch nicht alle englischen Quellen- und Regelbücher studiert habe, wie einige andere hier. Das grenzt mein Wissen natürlich ein und beeinflusst dann selbstverständlich auch meine Sicht auf die Dinge.

Vorausgesetztes Wissen:
Angenommen ich hätte nur das deutsche Grundregelwerk eines der 40K-Rollenspiele, würde ich nur an der Oberfläche dessen kratzen, was als Fluff bezeichnet wird. Dann könnten andere Fans mir das als Unwissenheit auslegen, was ja auch stimmt. Um mitreden zu können kauft man sich also noch mehr Bücher. Das reicht aber auch nicht. Entweder kauft man noch mehr, liest mehr und kann mitreden oder man schaut in die Röhre. Irgendwo dazwischen befinde ich mich momentan. Aufgrund meines Interesses an der Spielwelt, habe ich mir neben Freihändler nun auch Schattenjäger besorgt. Auch die Quellenbücher zu Freihändler sind da keine Ausnahme. Und warum? Weil ich gerne alle Facetten der Welt abgedeckt haben möchte. So weit, so gut. Das stellt sich aber als ein sehr schwieriges Unterfangen dar. Besonders, wenn Forenuser auf Quellen verweisen, die nur schwer oder vielleicht gar nicht mehr zu erreichen sind (Out of Print) oder selbst Romanautoren in die Kritik geraten, weil sie die Welt verzerrt oder merkwürdig dargestellt haben. Dann stellt man sich die Frage, ob man das Spiel denn nun am Fluff vorbeispielt bzw. falsch, da einem schlicht das Wissen fehlt. Hat eine Spielrunde in der es nur das GRW gibt, denn überhaupt eine Daseinsberechtigung? Meines Erachtens schon. Aufgrund des Mangels an Wissen werden viele Dinge einfach nicht in Betracht gezogen, was man der Gruppe ja nicht anlasten kann. Oder doch? Andersherum weiß die Gruppe aber vielleicht auch nichts von dem zusätzlichen Wissen. Und wenn doch, streben sie vielleicht gar nicht nach mehr, weil sie mit dem Grundwissen des GRW zufrieden sind. Am Ende ist die Sicht dieser Gruppe auf die Spielwelt eine ganz andere, als die einer Gruppe, die den Stoff aller Quellenbücher, Armeebücher, Romane usw. in die Spielwelt miteinbezieht.

Die unterschiedlichen Sichtweisen:
Nun kommen wir also zum Punkt der verschiedenen Ansichten, und diese sind stellenweise abhängig davon, was der Einzelne weiß. Wie sieht die 40K Welt denn aber nun aus? Wie bespielt man sie korrekt? Darf ein Space Marine mit Kindern spielen oder womöglich eine Beziehung mit einer Frau eingehen?
Hier kommen also Wissen um die Spielwelt und die Ansicht auf diese zusammen. Das ist wohl auch der Kern des Threads, denn nach wie vor glaube ich, dass jede Gruppe 40K anders spielt. Das ist bei der Darstellung von Fantasywelten (wir hatten mal eine angeregte Diskussion über Waldelfen) so, warum soll das hier anders sein? Wenn also eine Gruppe beschließt, dass ein Space Marine einen guten Kumpel haben sollte, der sich als Bauer auf ner Agrarwelt behauptet, dann ist das so. Wer stört sich denn daran? Wenn eine Gruppe beschließt, einen Mix aus Marine, Tech-Priester und Akolyth zu bilden, dann ist das eben so. Es bleibt doch ihnen überlassen. Spielen sie deswegen falsch? In ihren Augen offensichtlich nicht, in denen von anderen Gruppen vielleicht schon. Vielleicht zerstört die Spielweise der Mix-Gruppe die Ansichten einiger anderer Gruppen, die wiederum ganz andere Ansichten und Absichten verfolgen. Wenn aber die Mix-Gruppe sich nicht der Öffentlichkeit aussetzt, wird es niemand erfahren und folglich kann sich auch kein anderer darüber aufregen.
Ich zitiere hier mal Chmeee, dessen Ansicht ich absolut teile:
Chmeee hat geschrieben:SpaceMarines sind eine Gruppe biologisch total veränderter, indoktrinierter Killer. Der Otto-Normal-Marine kennt nahezu nur seine Brüder, da er in jungem Alter eingezogen wird und komplett in den Orden integriert wird. Sowohl in der Kampftaktik, als auch in den Einsatzgebieten der SpaceMarines, ist kein Platz für emotionale Bindungen an Normalos jenseits der militärisch Notwendigen.

Was nicht heisst, dass ich jedem SM grundsätzlich die Möglichkeit abspreche. Ich halte es nur für äusserst ungewöhnlich. Soziologisch, wie auch psychologisch. Beim neuen Regelwerk fürchte ich ein wenig, dass sie SM menschlicher machen, als derartige Killer sein können.


Und auch folgenden Text von Axador kann ich absolut unterstreichen:
Axador hat geschrieben:...offensichtlich haben wir weit weg vom Rollenspielsystem eben unterschiedliche Vorstellungen vom WH40K Universum. 8-)



Ich stelle hier oft Fragen, weil ich mir eben oftmals nicht sicher bin, ob ich mit meinen Ideen den Geist der Hintergrundwelt 40K in Frage stelle oder ihn störe. Das können mir einige gerne als Schwäche auslegen, ich hingegen sehe das eher locker. Außerdem bekomme ich oft gute Ratschläge und Kritiken zu meinen Projekten (Speedballstadion auf nem Schiff oder der Bruder eines Freihändlers wird zum Space Marine). Wie bereits erwähnt: Wenn ich mich mit meinem Kram der Öffentlichkeit aussetze, muss ich nicht meckern, wenns mal Kritik hagelt. Ist die Kritik aber konstruktiv, nehme ich sie gerne an und habe mein Horizont wieder etwas erweitert; das ist doch die Seele eines / dieses Forums, oder? ;)
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blut_und_glas
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Re: Ansichten zum 40K Universum

Beitragvon blut_und_glas » Mittwoch 16. Mai 2018, 09:02

Björn hat geschrieben:Wie sieht die 40K Welt denn aber nun aus? Wie bespielt man sie korrekt?


Dazu möchte ich erst einmal das Wichtigste wiederholen: :P

blut_und_glas hat geschrieben:"With Warhammer and Warhammer 40,000, the notion of canon is a fallacy. [...] Warhammer and Warhammer 40,000 exist as tens of thousands of overlapping realities in the imaginations of games developers, writers, readers and gamers. None of those interpretations is wrong."
-Gav Thorpe

"It all stems from the assumption that there's a binding contract between author and reader to adhere to some nonexistent subjective construct or 'true' representation of the setting. There is no such contract, and no such objective truth."
-Andy Hoare

"There is no canon. There's a variety of sources, many of which conflict, but every single one is a lens through which we can see the 40K setting."
-Aaron Dembski-Bowden

...und ich meine Bryan Ansell und/oder Alan Merrett hätten auch einmal Ähnliches zu Protokoll gegeben, finde dazu auf die Schnelle aber keine belegbaren Zitate.


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Re: Ansichten zum 40K Universum

Beitragvon Chmeee » Mittwoch 16. Mai 2018, 09:49

Was ich erstmal hier lasse, bevor ich dazu übergehe meine Ansichten richtig zu teilen, ist folgendes Zitat vom Warhammer40k Erfinder Rick Priestley:

The fact that the Space Marines were lauded as heroes within Games Workshop always amused me, because they’re brutal, but they’re also completely self-deceiving. The whole idea of the Emperor is that you don’t know whether he’s alive or dead. The whole Imperium might be running on superstition. There’s no guarantee that the Emperor is anything other than a corpse with a residual mental ability to direct spacecraft.



Wenn ich dann Zeit hatte, meine Gedanken zum diesem Thema so kurz und verständlich wie möglich niederzuschreiben, werde ich sie euch hier präsentieren.

Was ich aber jetzt schon sagen möchte, ist, dass hier Björn und blut_und_glas absolut recht haben. Jeder spielt so wie es für sein Universum passt, jeder benutzt die Quellen, die für ihn und seine Gruppe passen. Das ist gut und richtig. Es handelt sich hierbei um Kunst und Kunst ist nunmal subjektiv. Was ich mit meinen Aussagen bewirken möchte ist lediglich eine Diskussion anzustossen um verschiedene Standpunkte kennenzulernen und vielleicht auch für den einen oder anderen (mich eingeschlossen) etwas zu finden, dass er adaptieren kann. Das sollte das Einzige sein, dass bei einer öffentlichen Dikussion über eine Sache, die es nicht gibt, eine Rolle spielt!
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Re: Ansichten zum 40K Universum

Beitragvon Seelenschmied » Mittwoch 16. Mai 2018, 09:50

Es gibt keine falshe Spielweise, nur Spieler die nicht zusammen passen. Was an sich aber auch nicht schlimm ist. Selbst bei gleichen Hintergrundansichten gibt es Spieler die einfach von ihrer Spielweise und eigenen menschlichen Persönlichkeit her nicht harminieren.

Ich habe auch nur so viel Wissen über 40k weil ich es im Alter von 12 oder so angefangen habe, mit der 2. Edition, da gab es sogar noch die Weltenbrand-Box neu im Regal. (Ich weine bis heute weil ich sie nicht gekauft habe...). Ergo hatte ich viiiiiele viele Jahre Zeit mir das Wissen anzueignen. Ich denke nicht dass man diese Menge an Wissen innerhalb kurzer Wochen oder Monate zusammentragen kann.

Weil ich aber auch so früh angefangen habe damit bin ich natürlich stark geprägt was den Fluff angeht. Vieles was heute als neuer Fluff raus kommt stößt mir persönlich bitter auf. Aber wenn andere den neuen Fluff geil finden udn bespielen wollen, wer wäre ich es ihnen madig zu reden. Mir hat ja auch kein alter 1.Editionsler (aka Rogue-Tradeler) die 2. Edition schlecht geredet. Ich passe dann halt nur nicht in die Gruppe. Oder ich schlucke meine Überzeugung runter und versuche mein vorlautes Besserwissertum im Zaum zu halten und die Runde zu genießen.

Aber falsch, falsch gibt es nicht.

Und wer nicht frägt bleibt dumm. (wobei es hier natürlich kein !dumm! gibt)
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Re: Ansichten zum 40K Universum

Beitragvon Thundercracker » Mittwoch 16. Mai 2018, 15:31

Wenn es um den Fluff geht, kann man ja auch immer im Lexicanum nachschlagen. Ich schmöckere da immer sehr gerne rum! :)

Da sich das Imperium der Menschheit ja gerade durch Roboutes Rückkehr fundamental verändert, bieten die neuen Romane übrigens guten Einstiegspunkt für Neueinsteiger aber auch alteibgelesenen bieten die neuen Romane einen prima Überblick zur Neugestaltung des Imperiums.
Da wäre zum einen der schon veröffentlichte Roman "Das dunkle Imperium", den ich schon als kleines Meisterwerk empfand (da kommt auch noch eine Review von mir, was ich sonst eigentlich nicht mache aber das teil ist es mir wert! :D ) , denn der Roman ist eigentlich vollkommen überfrachtet mit Informationen über die Primaris Marines, den Death Guard, über das Mechanicum, dem vom Roboute umgestalteten imperialen Staatsapparat, dem "Riss", dem Reich von Ultramar, über Nurgles Garten, der Seucheninvasion Mortarions und ein Wiedersehen mit alten Bekannten wie Uriel Ventris oder dem auf Roboute eifersüchtig und verbittert gewordenen UM-Ordensmeister Marneus Augustus Calgar gibt es auch noch aber der Roman wirkt keineswegs überfrachtet, sondern eher übersichtlich. Er liest sich angenehm flüssig und obwohl eine Information die andere jagt, wird man irgendwie doch nie mit dem Informationsfluss überfordert und man kann locker den spannenden weiterlesen.
Zum anderem wird da noch der für BA Fans sehr wichtige und am 6. Juni erscheinende Blood Angels Roman "Die Verheerung von Ball: Space Marine Conquests" der erklären wird, wie die Blood Angels und all ihre Nachfolgeorden, so wie wir sie kennen, nahezu vernichtet werden und wie die Blood Angels und all ihre Nachfolgeorden so am Ende fast nur noch aus Primaris Marines bestehen werden. Also auch wieder ein Roman der einen Neuanfang mit vielen beseitigten "Altlasten" sein wird, mit dem Fokus auf auf den Söhnen des Sanguines.
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Re: Ansichten zum 40K Universum

Beitragvon Raphael Nore » Mittwoch 16. Mai 2018, 16:48

Thundercracker hat geschrieben:Wenn es um den Fluff geht, kann man ja auch immer im Lexicanum nachschlagen. Ich schmöckere da immer sehr gerne rum! :)

Wenn man des Englischen mächtig ist, würde ich zusätzlich zum Lexicanum dringend das Warhammer 40k Wiki empfehlen.

Es wird ständig und von bedeutend mehr Autoren gepflegt, was für umfangreichere Artikel, aktuellere Inhalte, mehr und bessere Verlinkungen, klarere Strukturen und deutlich größere Informationstiefe sorgt.

Ich mag das Lexicanum und habe früher auch selbst gern dazu beigesteuert, aber hier kann es leider nicht mithalten.
"Imagination ist mächtiger als Wissen - Phantasie ist alles!" (Albert Einstein)

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