Sind Ultramarines überhaupt codextreu?

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Thundercracker
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Sind Ultramarines überhaupt codextreu?

Beitragvon Thundercracker » Montag 25. Dezember 2017, 11:24

Naja, der Primarch der Ultramarines hat ja dem gesamten Adeptus Astartes den ziemlich strengen und sehr einschränkenden Codex Astartes aufgezwungen, der unter anderem verlangt, das die Orden immer nur eine kämpfende Truppe von 1000 Mann haben dürfen, das die Orden keine eigenen Subreiche im Imperium gründen dürfen und den Orden ist es strengstens verboten imperiale Truppen zu befehligen. Alles eigentlich ganz gut gemeinte Vorschriften, die verhindern sollen, das Space Marines jemals wieder einen so großen Verrat begehen können, wie es damals Horus tat.
Aber halten sich die Ultramarines eigentlich an ihre strengen Regeln??? Sie haben ja schließlich ihr eigenes Reich von Ultramar und als Herrscher von Ultramar haben sie auch die Macht über die imperialen Truppen die vom Reiche Ultramars gestellt werden und zwar verfügen die Ultramarines zwar auch nur über etwa 1000 Marines aber die Ultramarines haben ja ein so gutes Verhältnis zu den meisten ihrer Nachfolgeorden, das sie praktisch noch als Legion agieren können, wenn sie wollen. Siehe da zum Beispiel die einstimmige Androhung der Ultramarines und ihrer Nachfolgeorden, das die Minotauren vernichtet würden, wenn sie jemals das Reich von Ultramar betreten sollten.
Also wäre ich da ein Astartes, der einer der anderen zu Orden aufgesplitterten Legionen angehört (wie zum Beispiel den Flesh Tearers, die nach dem Bruderkrieg eigentlich nie von den Blood Angels getrennt werden wollten) würde ich mich da glaube ich mächtig ver*rscht vorkommen, wenn ich da gleichzeitig sehen würde, wie die Ultramarines und ihre Nachfolgeorden sich da mit Ultramar ein eigenes kleines Reich inklusive eigener imperialer Truppen im großen Imperium aufgebaut haben...
Eigentlich wundert es mich direkt, das auch die meisten Space Marines, die nicht von Roboute abstammen, so viel wert auf den Codex Astartes legen, wenn doch ausgerechnet der Verein, vom dem die ganzen Einschränkungen ausgingen, sich selber gar nicht an diese Einschränkungen hält, die ja verhindern sollen, das revoltierende Space Marines jemals wieder so einen großen Verrat begehen können, wie es einst Horus tat.
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Re: Sind Ultramarines überhaupt codextreu?

Beitragvon Björn » Montag 25. Dezember 2017, 12:54

Also mir fehlt schlicht und ergreifend das Hintergrundwissen um das beurteilen zu können. Für mich persönlich waren bzw. sind die Ultramarines immer der Space Marine Orden schlechthin gewesen. Warum? Weiß ich nicht. Auch habe ich sie immer als die inoffiziellen Anführer der anderen Orden angesehen. Praktisch als Aushängeschild Astartes :D Das soll aber nicht bedeuten, dass sie mein liebster Verein sind, das sind nämlich die Black Templars.

Jetzt stellt sich für mich die Frage, selbst wenn die Ultramarines nicht codextreu handeln, wer stört sich daran und was will derjenige dann dagegen unternehmen?


Nebenbei: Ich schule mich auch ein wenig zu diesem Thema. Der Weihnachtsmann war da:
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Re: Sind Ultramarines überhaupt codextreu?

Beitragvon KhornedBeef » Montag 25. Dezember 2017, 14:58

Ich glaube der Witz an der Sache ist ja gerade, dass sich die UM wortgetreu an den Codex halten. Von guten Kontakten zu Nachfolgerorden steht da wohl nichts drin, also auch kein Verbot :D Und das sie de facto Regenten von Ultramar sind widerspricht auch nicht der Angabe über die Größe des Ordens selber. Die anderen Truppen sind halt keine Space Marines. Auch die anderen Orden haben ja Ordensdiener, Raumflottenpersonal und und und.
Mein Wissen darüber ist aber in der 6. Edition stehen geblieben. Was da jetzt mit Primaris Marines und Roboutes Rückkehr abgeht und ob der Codex damit nicht auch mal fällig für eine Revision ist, keine Ahnung...
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Re: Sind Ultramarines überhaupt codextreu?

Beitragvon Thundercracker » Dienstag 26. Dezember 2017, 01:23

Was es den ganzen Tagesablauf, die Kompaniemarkierungen usw. angeht, stimme ich Euch ja auch sofort zu, das die Ultramarines da den fleischgewordenen Codex Astartes repräsentieren aber das sie ihr eigenes Reich haben und über Ultramars imperiale Truppen die Befehlsgewalt haben (kann man bei der vergangenen Tyranideninvasion gegen Ultramar sehen und ganz aktuell als die Black Legion Macragge angriff um Roboutes Rückkehr zu verhindern und kurz darauf dann die Plaque Wars die Mortarion bis jetzt gegen Ultramar führt), betrachte ich schon als Regelverstoß.
Denn wie gesagt, imperiale Truppen dürfen die Space Marines seit dem Ende der Horus Häresie eigentlich nicht anführen und so unwahrscheinlich das auch sein mag, sollten sich die Ultramarines einmal dem Chaos verschreiben, würden sie gleich ganz Ultramar inklusive seiner imperialen Truppen mit sich reissen. Ein Szenario das dann durchaus mit der Horus Häresie mithalten könnte und eigentlich sollte diese Möglichkeit ja verhindert werden, indem alle Orden der Space Marines eigentlich nur eine barbarische Ordenswelt oder eine mobile Raumfestung ohne imperiale Truppen haben sollen aber ausgerechnte die Ultramarines, von dessen Primarchen der Codex Astartes ausging, stellen mit ihrem Reich von Ultramar eine einzigartige Ausnahme dar.
Die fragwürdige Sonderstellung der Ultramarines weckt ja auch noch Begehrlichkeiten bei den anderen Orden der Space Marines, die nicht von Roboute abstammen. Die Astral Claws hatten es tatsächlich versucht ein eigenes Reich aufzubauen und die Space Wolves hatten es zumindest geplant:

Erschüttert von diesem Vorfall begannen die Wolfspriester der Space Wolves mit tiefen Forschungen über ihre Gensaat, etwas was stets vor dem Orden verborgen wurde. Nur die Wolfslords und Priester wussten um diese streng verbotenen Forschungen Bescheid und selbst von ihnen waren viele dagegen, in der Gensaat herumzupfuschen; dies stellte schließlich nicht nur ein Kapitalverbrechen vor dem Adeptus Mechanicus dar, sondern war allgemein Häresie. Doch einige Lords der Wolves hatten eine Vision: ein Reich zu schaffen, ähnlich Ultramars, beschützt von einer Großzahl von Nachfolgeorden der Space Wolves, welches den Wirbel des Chaos umschloss mit den Söhnen Russ, den besten Kriegern des Imperiums, als permanente Wächter.


http://wh40k-de.lexicanum.com/wiki/Wolf_Brothers
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Re: Sind Ultramarines überhaupt codextreu?

Beitragvon Alandor » Dienstag 26. Dezember 2017, 11:51

Vieles was im Codex steht hat Roboute, glaube ich, gar nit so verfasst.
Der Codex ist wie viele Werke gewachsen.

Jetzt, wo er wieder zurück ist, dürfte sich eh einiges ändern.



AL
Kane der Verfluchte hat geschrieben:Ich töte andere Wesen.
Dazu wurde ich erschaffen.
Ich bin ziemlich gut darin.
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Re: Sind Ultramarines überhaupt codextreu?

Beitragvon Seelenschmied » Mittwoch 27. Dezember 2017, 03:36

Also meines Wissens nach wurde der Codex Astartes komplett von Guillaum v4erfasst und auch nicht geändert. Maximal dass die anderen Orden ihre eigenen Abwandlungen eingetragen haben für ihre eigenen Leute.

Aber ja, das Reich von Ultramar ist schon extrem grenzwertig in Sachen Machtballung.
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Re: Sind Ultramarines überhaupt codextreu?

Beitragvon Thundercracker » Donnerstag 28. Dezember 2017, 22:22

Stimmt, jetzt wo Roboute "back" ist, wird das Imperium sowieso wieder von Grund auf neuorganisiert und wenn ich das richtig verstanden habe, dürfen die Orden (solange die Galaxie durch Abdadons absurd gigantischen Warpriss zweigeteilt ist und die Black Legion den nördlichen Teil als ihr "dark Empire" beanspruchen) mit so vielen Primaris aufgefrischt werden, das ein Orden auch schon mal deutlich mehr als 1000 Marines haben darf. Allerdings muss man auch sagen, das die Orden durch diesen Notfall auch permanent beansprucht sind und ständig zwischen "mehr als 1000 Marines" und "fast alle Marines getötet, Orden vor der Auslöschung" schwanken. Im "dark Empire" können sich die Blood Angels und ihre Nachfolgeorden ja nur mit knapper Not halten und im "südlichen" Teil der Galaxis sind Imperials Fists und ihre Nachfolgeorden damit beschäftigt das Sol System weiter zu befestigen, nachdem die Thousand Sons ja beinahe den Mond eingenommen hatten und die Ultramarines und ihre Nachfolgeorden müssen das Segmentum Ultima vor der Seucheninvasion der Death Guard verteidigen.
Da übersieht es Roboute schon mal, wenn die Orden temporär mal deutlich mehr als nur 1000 Marines haben, denn durch das Dark Empire und dem großen Riss "verbrauchen" die Orden ihre Marines eh schneller als ihnen lieb ist.
Ich hatte mir ja auch anfangs gedacht, das es den Minotauren nicht gut ergehen wird, wenn Roboute jetzt das Kommando im Imperium hat, denn die Minotauren verbindet ja eine Todfeindschaft mit allen Space Marines die von Roboute abstammen aber da die Minotauren so effizient sind und Roboute ein echter Pragmatiker ist, wird er sie wohl in dieser Notlage des Imperiums nicht benachteiligen und sich auch großzügig mit Primaris Marines versorgen.
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Re: Sind Ultramarines überhaupt codextreu?

Beitragvon blut_und_glas » Donnerstag 28. Dezember 2017, 22:37

"Temporär" war ja selten das Problem.

Obwohl auch da, wie beim ganzen Rest, wieder die Hauptfrage die nach den Quellen (also der Quellenauswahl :P) ist. Je nachdem können wir uns da nämlich wie üblich ganz verschiedene Gebäude konstruieren.

Persönlich ziehe ich Versionen vor, die die Ultramarines nicht in dieser Grauzone platzieren. (Guilliman selber ist noch einmal eine andere Geschichte, aber da kommen wir vom Hundertsten ins Tausendste.)

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Re: Sind Ultramarines überhaupt codextreu?

Beitragvon Drasak » Mittwoch 3. Januar 2018, 08:15

Seelenschmied hat geschrieben:Also meines Wissens nach wurde der Codex Astartes komplett von Guillaum v4erfasst und auch nicht geändert...

Ich meine mich erinnern zu können, irgendwo in einem offiziellen GW-Buch gelesen zu haben,
dass Roboute den Codex Astartes nach der Einbettung des Imperators weitergeschrieben und vollendet hat, sprich der Imperator hat diesen begonnen.
Kann mich aber leider nicht sicher erinnern, wo ich das gelesen habe (Roman oder Codex) und kann damit meine Aussage nicht untermauern... :oops:


Seelenschmied hat geschrieben:Aber ja, das Reich von Ultramar ist schon extrem grenzwertig in Sachen Machtballung.

Genau dieses Problem sah Roboute direkt nach der Heresie selbst ein und hat aufgrund dessen auch Sanguinius als "Regenten" über Ultramar eingesetzt. Wenn Sanguinius nicht rechtzeitig in Ultramar eingetroffen wäre, hätte er sogar den Löwen eingesetzt, nur um zu verhindern, dass der Anschein aufkommt, er würde das gleiche machen wollen wie Horus, nur halt mit seinem Reich. Quelle hierzu ist "Imperium Secundus" und ist zeitlich direkt nach dem Verrat, noch vor dem Angriff auf Terra.
Wie das nun nach aktuellem Fluff ist (Roboute wieder da) weiß ich auch nicht, da ich mit meinem Hintergrundwissen noch nicht soweit bin, kann mir aber vorstellen, dass er wie damals ebenso reagieren würde und nicht sich selbst als "Regent" ausrufen würde und dementsprechend diese Macht schon nicht missbrauchen und aufteilen würde, was er mit den Primaris ja auch tut...

Und im speziellen auf die Thematik mit den imperialen Soldaten eines Planeten:
Gibt es auf den anderen Heimatwelten keine imperialen Truppen?
Denk wolfisch und bleib grün...
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Re: Sind Ultramarines überhaupt codextreu?

Beitragvon Thundercracker » Mittwoch 3. Januar 2018, 09:25

Das Imperium Secundus mit Sanguines als Imperator von Ultramar bestand aber nur solange der Kontakt zu Terra abgebrochen war und danach waren die Ultramarines für die nächsten 10000 Jahre die Herren von Ultramar, was eben für einen Space Marine Orden sehr ungewöhnlich, wenn nicht sogar einzigartig ist, denn die allermeisten anderen Orden haben eben nur eine primitive Urzeit- oder eine Feudalwelt als Ordenswelt oder sogar nur eine mobile Raumfestung als Sitz für ihren Orden, damit sie eben nicht zu viel Macht bekommen, während die Ultras gleich ein eigenes Sternenreich mit zahlreichen Metropolen, perfekter Infrastruktur, guter Wirtschaft, eigenen imperialen Truppen und eine vorzügliche, wie am Fließband produzierende Kriegsmaschinerie kontrollieren.
Und ja, natürlich gibt es auch außerhalb vom Reich von Ultramarines (Ultramar) überall imperiale Soldaten aber da gilt halt seit der Horus Häresie das Space Marines die imperiale Armee nicht befehligen dürfen. Wenn sie es dann doch mal tun, wie im Iron Hands Roman "Wrath of Iron", wird das dann auch gleich sehr negativ von den Lesern aufgenommen und dem Autoren wird Unkenntnis über das 40k Universum vorgeworfen (siehe die Rezis bei Amazon).

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