[Only War]

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Björn
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[Only War]

Beitragvon Björn » Donnerstag 24. August 2017, 18:59

Moin moin,

Mal eine Frage an die Elite: Wer von euch hat langfristige Erfahrung mit Only War machen können? Also wirklich kampagnenmäßig.

Ich stelle mir dabei immer ein Mix aus Starship Troopers und James Ryan (Strandszene) vor. Geht man dabei in Richtung Kampagne, kann ich mir auch Band of Brothers oder Der schmale Grad noch vorstellen. Ich denke, man kann bestimmt mehr machen, als nur immer Gefechte auszuspielen. Bin dankbar für jede Info ;)
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Grr Argh
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Re: [Only War]

Beitragvon Grr Argh » Donnerstag 24. August 2017, 23:12

Nein, ich habe keine Erfahrung mit langen Kampangen, aber ich denke die Gaunts Ghost Reihe ist da sehr hilfreich...das können dann auch Einzelmissionen sein, "zivile" Geschichten während man irgendwo in der Reserve oder als Besatzung fungiert (gerade letzteres kann moralische Zwickmühlen auslösen).

Was mir besonders gut gefallan hat, war die Vorstellung, dass jedes Regiment ihren eigenen Tross in Form von Handwerkern, Spielleuten, Marketendern und Ehepartnern mit sich führt, welches in "Friedenszeiten" in der Nähe des Regimentes stationiert ist. Auch da kann man dann z.B. auf nem Truppentransporter Geschichten auffahren.
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Re: [Only War]

Beitragvon Astavar » Donnerstag 11. Januar 2018, 06:47

Ich schließe mich dieser Frage an. Die beiden existierenden Kampagnen sind zwar schon sehr spannend und auch gut gemacht. Aber beide fügen sich ins reine Kämpfen ein. Wobei man natürlich ganz ehrlich auch sagen kann, dass die meisten Kampagnen immer wieder nur Kampfaneinanderreihungen mit Geschichtensequenzen sind. Das war für mich einer der Gründe, weshalb ich mich von der Standard-Fantasy abgewandt habe.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man da mehr machen kann, allerdings bin ich da selbst auch überfragt, da mir der Settingbereich schon ein recht klares Gefühl dafür gibt: "You´re in the army now"! Am ehesten vielleicht wie bei James Ryan im Sinne von Sonderkommandos?
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Björn
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Re: [Only War]

Beitragvon Björn » Donnerstag 11. Januar 2018, 07:22

Also bei Only War oder Deathwatch sind ja die Kampfsequenzen ein fester Bestandteil des Hintergrunds. Sicherlich kann man auch das eine oder andere Abenteuer "kampflos" spielen, doch auf Dauer ist es eben nicht dafür ausgelegt. Aktiv zu kämpfen und ein Teil der Truppe zu sein wird hier nun mal vorausgesetzt, und das ist auch gut so.

Wir sind mit Freihändler sehr zufrieden. Hier kann man auch viele Stunden ohne Schießereien auskommen, da es wirklich eine ganze Latte an Dingen gibt, die man auch ohne Gewalt lösen kann. Das ist dann eher subtile Gewalt. Hier wird eine Befehlskette in Gang gesetzt, ohne dass der Lordkapitän selbst Hand anlegen muss.

Zu Only-War:
Ich frage mich eben, und das nach über 25 Jahren Rollenspiel, ob ich eine derart gradlinige Kampagne leiten könnte. Es würde sich anfühlen wie eine Aneinanderreihung von Kriegseinsätzen, sprich Missionen. Für One-Shots bestimmt interessant, als Kampagne eher ungeeignet denke ich. Natürlich gibt es Szenarien (Enemy Mine), die bestimmt den Kriegsalltag aufwerten, diese sind dann aber die seltene Ausnahme. Und mal ehrlich, wenn ich oben genanntes Szenario hinter mich gebracht habe, wieder in meine kämpfende Truppe gestopft wurde und dann in bester Cast-Away-Manier auf ner Insel strande, frage ich mich auch, warum ich dafür Only-War als Grundregelbuch genommen habe. :D

Als reines Kriegsspektakel aber rockt das Regelwerk bestimmt. Ob die Spieler einer solchen Kampagne aber ihre Charaktere "lieben" lernen können oder wollen, steht auf einem anderen Blatt. Auch, ob sie eben nur als Befehlsempfänger einer strengen, militärischen Struktur fungieren möchten. Keine Freiheiten, nur Befehle ausführen. Da gehen dann die Geschmäcker weit auseinander.
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Re: [Only War]

Beitragvon Chmeee » Donnerstag 11. Januar 2018, 08:43

Naja gut, ich mein, was erwartet ihr von einem Regelwerk das Only War heisst...

Man kann den Soldaten natürlich verschiedenste Aufgaben geben, die nicht in Schiessereien enden müssen. Aber was das System darstellen will, das wird doch wohl durch den Titel klar.
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Re: [Only War]

Beitragvon KhornedBeef » Donnerstag 11. Januar 2018, 10:54

Ich frag mal ganz dumm: Sind die guten Kriegsfilme die ihr kennt nichts weiter als Actionsequenzen? Guckt ihr die nur, weil da historisch korrekte Panzerschlachten gezeigt werden?
Das Kriegssetting bietet auch die klassischen horrors of war als Thema, moralische Konflikte mit kollaborierender Zivilbevölkerung, Konflikte von Regimentsehre und Befehlen, Regimentsfehden (Gaunt's Ghosts wurde schon angesprochen, da wird das First and Only ja mehrfach auf völlig suizidale Einsätze geschickt, weil sich ein Offizier rächen will), Oder das gute alte Rettet-den-General-der-ein-totaler-Held-und-Vorbild-imperialer-Tugend-ist-und-dann-stellt-sich-heraus-er-ist-wahnsinnig-und-eine-Gefahr-für-alle.
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Re: [Only War]

Beitragvon Björn » Donnerstag 11. Januar 2018, 14:07

KhornedBeef hat geschrieben:Ich frag mal ganz dumm: Sind die guten Kriegsfilme die ihr kennt nichts weiter als Actionsequenzen? Guckt ihr die nur, weil da historisch korrekte Panzerschlachten gezeigt werden?

Die meisten Kriegsfilme sind Actionsequenzen, aber deswegen schaue ich sie mir ja auch an; wegen der Action. Will ich historisch halbwegs Korrektes, schaue ich mir eine Doku an, wo dann Veteranen bzw. Zeitzeugen zu Wort kommen. Den historischen Aspekt kann ein Brad Pitt oder Tom Hanks mir nun mal nicht bieten, da sie Schauspieler sind und das merkt man während des Films die ganze Zeit.
Ich erwähnte anfangs ja auch Band of Brothers; ähnlich würde ich eine Only-War-Kampagne angehen, denke ich. Oder eben der Mix aus Band of Brothers und Starship Troopers
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Re: [Only War]

Beitragvon blut_und_glas » Donnerstag 11. Januar 2018, 22:45

KhornedBeef hat geschrieben:Ich frag mal ganz dumm: Sind die guten Kriegsfilme die ihr kennt nichts weiter als Actionsequenzen?


Die besten Kriegsfilme sind Antikriegsfilme.

Und während ich, wenn ich mich einmal bemühe, innerlich einen Schritt zurückzutreten, sagen würde, dass Im Morgengrauen ist es noch still sich sogar (erstaunlich) gut mit den Mitteln von Only War nachbauen ließe - ganz uneingedenk seiner übersichtlichen "Action"sequenzen (unpassende Terminologie, wie ich finde) -, zieht sich mir selbst bei diesem Gedankenexperiment schon alles zusammen. Das möchte ich einfach nicht durch die spezielle Warhammer 40.000-Linse verzerren.

Die Ablehnung hängt da aber am konkreten Beispiel. Krieg und Kriegsrollenspiel geht ohne "Action" ausgezeichnet. Auch ohne Kampf. Ohne Gewalt wird schwieriger. Only War gibt, die richtige Herangehensweise (lies: den Willen) voraussgesetzt, dafür auch passendes regelseitiges Handwerkszeug, weil es einen soliden Unterbau für die Gestaltung eines sozialen Umfeldes (Regimentsbausteine, Comrades, offensichtlich auch die Charaktere selbst) mit einem passenden Mißverhältnis von eigenen Abwehr- und fremden Angriffsmöglichkeiten verbindet - die kleine Welt der Charaktere ist zerbrechlich genug, dass Gewalt eine so massive Bedrohung für sie, quasi eine Garantie ihrer Zerstörung darstellt, dass sie vermieden werden will.
(Was mich, obwohl ich dabei zu Beginn des Absatzes gar nicht gedacht habe, wieder zu Blackadder goes Fourth[ykay] bringt. Eine [Kriegs-]Serie, die ja nicht ohne Grund in dem Moment endet, in dem "der Kampf" beginnt.)

Wobei Warhammer 40.000 als Universum sich in meinen Augen vergleichsweise wenig für solche Ansätze anbietet. Das liegt aber nicht an Only War als Regelwerk. Das würde - für mich wenigstens - das alles hergeben.

mfG
jdw

PS: Jetzt fühle ich mich beinahe genötigt, zurück an die Arbeit für die Hausregeln für ein Lazarettregiment zu gehen.

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