Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

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Björn
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon Björn » Mittwoch 25. April 2018, 08:29

Für mich sieht es so aus, als versuche man mit dieser "Jeder-mit-Jeden-Geschichte" die breite Masse zu erreichen. Wo man in FFG´s Regelwerken, natürlich aufgrund des Hintergrunds, "unter sich geblieben" ist, schränkte man die Freiheit einer "Mixed Group" natürlich ein, was mich aber nie gestört hat. Und selbst hier hätte man, dann aber nur temporär, einen Mix hinkriegen können. Bei W&G sehe ich das etwas anders. Hier wird der Mix permanent in Erwägung gezogen und die Dogmen aller Organisationen ordentlich über den Haufen geworfen. Das ist der Situation geschuldet, in der sich das Imperium nun befindet. Müssen wir am Ende vielleicht sogar das Fluff-Wissen komplett überdenken und stellenweise abstellen? Was für Werte und Codices (plural von Codex?) aus vergangenen Tagen zählen dann noch?
Ich will das auch nicht überbewerten, aber merkwürdig ist es doch.

Es fühlt sich irgendwie an wie:
Spielerin 1: "Oh, ich spiele einen Space Marine, die finde ich knuffig."
Spieler 2: "Ich erstell mir einen imperialen Soldaten"
Spielerin 3: "Ich möchte eine Schwester vom Adeptus Sororitas spielen."
Spieler 4: "Och, ich spiel einen Magier... ähm, Psioniker."
Spielleiter: "Ok, dann lasst uns die Charaktere erstellen."

Spielerin 1: "Oh, ich spiele einen Halbling, die finde ich knuffig."
Spieler 2: "Ich erstell mir einen Zwerg"
Spielerin 3: "Ich möchte eine elfische Heilerin spielen."
Spieler 4: "Och, ich spiel einen Psioniker... ähm, Magier."
Spielleiter: "Ok, dann lasst uns die Charaktere erstellen."
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon Chmeee » Mittwoch 25. April 2018, 15:32

Besser hätte ich es nicht schreiben können.
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon Seelenschmied » Mittwoch 25. April 2018, 18:48

So eine wild zusammen gewürfelte Gruppe passt für mich einfach nicht in die Spielwelt. Ein Marine würde wohl eher Beschützergefühle für die armen kleinen Menschlein an seiner Seite fühlen. Als gleichwertig wird er sie kaum ansehen, selbst ein Salamanders weiß das die weeeeiiiit unterlegen sind. Maximal die Sororita wird er als ähnlich wertig sehen. Respekt ja, Gleichwertig nein. Ich weiß nicht ob das eine gute Spielbasis ist. Zumal Marines durchaus auch alleine operieren.

Nehmen wir an alle sind auf einer Welt wo die Kacke zur Decke spritzt. Warum ist ein einzelner Marine dort? Wahrscheinlich weil er eine Mission hat oder der letzte Überlebende seines Trupps ist. Wird der sich normalen Menschen anschließen? Die sind wohl eher ein Klotz am Bein für ihn. Er muss zwei Wochen lang nicht schlafen, die anderen schon...
Der Rest kann sich durchaus in so einer Situation zusammentun. Aber eben nur in so einer Situation. Warum sollten die danach zusammen bleiben? Jeder gehört zu einer Organisation. Und die werden wohl kaum sagen "Ach ja, bleib du ruhig mal bei den Typen da und geh auf Abenteuertour. Dein Gehalt zahlen wir dir natürlich einfach weiter." Sollten sie weiter zusammen bleiben müssten sie ja genau genommen desertieren und werden dann von "Soldat / Kommisar / Beamter" zum "Fahnenflüchtigen". Eigentlich kann das nur klappen wenn eine übergeordnete Organisation dahinter steht. Aber dann wären wir wieder bei der Inquisition und spielen Dark Heresy.
Anderer Fall: alle sind die letzten Überlebenden und es weiß eh keiner mehr dass sie leben. Dann haben wir eine normale Abenteurergruppe die sich komplett selbst versorgen muss mit Kriegsbeute verkaufen, Aufträge annehmen etc. Und das passt für mich so garnicht zu 40k.
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon blut_und_glas » Mittwoch 25. April 2018, 19:45

Björn hat geschrieben:Wo man in FFG´s Regelwerken, natürlich aufgrund des Hintergrunds, "unter sich geblieben" ist, schränkte man die Freiheit einer "Mixed Group" natürlich ein, was mich aber nie gestört hat. Und selbst hier hätte man, dann aber nur temporär, einen Mix hinkriegen können.


Und genau da habe ich wirklich noch nie ein Problem gesehen.

Die Black Industries/Fantasy Flight-Spiele haben sich mit der Umsetzung hier bloß unnötig schwer getan, und zwar erst recht, wenn wir bedenken, dass gerade die ersten Titel trotz Schwerpunktsetzung mit Dark Heresy und Rogue Trader diesen Ansatz der (Ver-)Mischung mit ihren zusammengewürfelten Akolythenzellen und Freihändlerbesatzungen eigentlich sehr direkt und offensiv angegangen sind.
Echte Monokulturen finden wir da doch eher im späteren Verlauf, in Deathwatch oder Only War, die im Rahmen ihrer Themen und deren Umsetzung dann viel mehr Wert auf "Gleichschaltung" gelegt haben.

Aber selbst auf dieser Basis der verschiedenen, teilweise sehr eingeschränkten Spiele sind Kombinationen immernoch möglich, leiden aber für mich unter der - unnötigerweise - mangelnden Verzahnung ihrer Spezialelemente beziehungsweise dem Fehlen von individuellen Spezialelementen.
Bei Deathwatch beispielsweise "fehlt" in diesem Sinne entweder eine Möglichkeit für Nicht-Space Marines an solchen Spielelementen wie Cohesion, Squad- und Solo-Modes, Oathtaking und anderem aktiv teilzuhaben, oder aber es fehlt an eigenen - nicht zwangsläufig gleich "mächtigen", wohl aber gleich interessanten - Optionen für die Nicht-Space Marines, die sie stattdessen nutzen können (siehe beispielsweise den Navigator in Rogue Trader, der seinen eigenen Satz an besonderen Fähigkeiten und Regeln hat, damit aber auch eine seltene Ausnahme bleibt).

Wrath & Glory verspricht hier bisher eine stärkere gemeinsame Grundlage zu bieten, aber dieses Versprechen alleine führt noch nicht zu einem interessanteren Spiel - gerade, weil die grundsätzliche Möglichkeit wie gerade geschildert eben für mich schon immer da war. Nur über ihre angebliche "Einführung" kann das Spiel also bei mir noch nicht punkten. Das kann erst und nur über die Umsetzung und Ausgestaltung geschehen.

Es fühlt sich irgendwie an wie:
Spielerin 1: "Oh, ich spiele einen Space Marine, die finde ich knuffig."
Spieler 2: "Ich erstell mir einen imperialen Soldaten"
Spielerin 3: "Ich möchte eine Schwester vom Adeptus Sororitas spielen."
Spieler 4: "Och, ich spiel einen Magier... ähm, Psioniker."
Spielleiter: "Ok, dann lasst uns die Charaktere erstellen."


Und wo siehst du in der Konstellation jetzt das Problem?

  1. Alle sind Freunde aus gemeinsamen frühen Tagen in der gleichen Schola Progenium. Ein dunkles Geheimnis aus Kindheitstagen holt sie ein und führt sie wieder zusammen.
  2. Alle sind zwecks Erfüllung alter Verpflichtungen von ihren jeweiligen Organisationen dem Kommando eines Freihändlers unterstellt worden, der sie die nächsten 99 Jahre lang als seine persönliche Eliteeingreiftruppe verwendet, bis die Schuld abgegolten ist und sie an ihre angestammten Plätze zurückkehren können.
  3. Ein im Schatten bleibender Inquisitor hat seine politischen Muskeln spielen lassen, um aus ihnen eine Agentenzelle zu bilden.
  4. Auf einer von Enslavern vollständig übernommenen Welt sind sie die einzigen, die aus unerklärlichen Gründen noch einen eigenen Willen haben.
  5. Sie sind die Leibwächter von wichtigen Vertretern ihrer jeweiligen Organisationen bei einem großen Anlass und müssen zusammenarbeiten, um Pläne für ein Attentat aufzudecken und zu vereiteln.
  6. Sie sind die letzten Überlebenden eines großen Sklavenausbruchs in Commoragh und nun auf der Flucht durch das Netz der Tausend Tore.
  7. Sie sind Champions eines obskuren Wettbewerbs, zu dem eine Vielzahl imperialer und privater Organisationen Vertreter entsenden.
  8. Das Tarot des Imperators hat sie auf absolut ungewöhnlich klare Art und Weise zusammenbefohlen und niemand wagt, diesen Fingerzeig von Ihm in Frage zu stellen.
  9. Sie sind die Kommandeure eines Systemkreuzzuges.
  10. Sie wachen ohne Erinnerung auf Metallpritschen auf, in der Dunkelheit flackern rote Warnrunen nur noch schwach, so als ob ihre für die Ewigkeit gemachten Atombatterien das Ende ihrer Lebenszeit fast erreicht hätten.

Und jetzt würfel halt einen W10. ;) :P

Oder von mir aus einen W100, dann brauche ich aber noch ein bißchen. :P

mfG
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon Björn » Mittwoch 25. April 2018, 19:51

Also ich entscheide mich für die 1 oder die 8, oder muss ich das echt auswürfeln? :shock: :P
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon Chmeee » Mittwoch 25. April 2018, 19:59

1) SpaceMarines oder Psioniker aus einer Schola Progenium? Gabs sowas schonmal glaubwürdig?

2) SpaceMarines die einem Freihändler "was schulden"? Gabs SOWAS schonmal glaubwürdig?

3) Kein Inquisitor hat die politische Macht einen SpaceMarine in eine Agentenzelle zu pressen (da SpaceMarines nicht der Judikative der Inquisition unterstehen. Auch die DeathWatch und GreyKnights nicht). Und sicher auch kein Interesse daran, denn damit zieht er über Kurz oder Lang den Groll all der anderen SM auf sich.

4) In dem Fall wird der SpaceMarine nicht mit den anderen zusammen arbeiten, sondern diese führen und befehligen. Also eher ein NSC als ein SC. Übrigens auch die einzige Möglichkeit, die ich in der von Seelenschmied angeschnittenen Situation mit dem 1 überlebenden SM sehe.

5) Ähnlich wie oben. Der SM arbeitet nicht MIT den anderen, die anderen tun, was er befiehlt. Keine gute Basis für einen Spielertrupp

6) Siehe oben

7) Welche SM lässt sich tatsächlich zu einem Wettstreit mit irgendwelchen kleinen Menschen herab?

8) Wieviel wert legen SM auf das imperiale Tarot?

9) DAS lasse ich mir einreden. Bis zu einem gewissen Grad. Ist halt kaum etwas für Einsteiger.

10) Das ist tatsächlich das einzige wirklich annehmbare Szenario. Und recht schade, dass es auf sowas rauslaufen muss, damit das Ganze erträglich bleibt.
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon blut_und_glas » Mittwoch 25. April 2018, 20:04

Björn hat geschrieben:Also ich entscheide mich für die 1 oder die 8, oder muss ich das echt auswürfeln? :shock: :P


Die 1 hat es mir auch angetan. ;)

Zumal mir deine Vorgabe, dass ein Space Marine dabei sein soll, im Zusammenspiel mit dieser Option auch gleich noch ein Konzept für den Space Marine-Orden der Lost Sons beschert hat, der gezielt aus den Scholae rekrutiert (vermutlich noch lokal eingeschränkt auf einen Sektor oder Subsektor, im Rahmen der Gründung oder als spätere Belohnung - oder Buße?). Imperial Fists-Nachfolger, 16. Gründung. Mal schauen. :)

mfG
jdw

PS: Chmeee, da kommen wir wieder einmal an die Stelle(n), wo wir den Hintergrund scheinbar sehr anders rezipieren und/oder andere Quellen heranziehen. Ich glaube, dass wir da zusammen nicht konstruktiv/produktiv weiterkommen.

PPS: Unabhängig vom Hintergrund und seiner Rezeption halte ich ansonsten hierarchische Strukturen zwischen den Figuren erst einmal für unproblematisch.
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon granny » Mittwoch 25. April 2018, 20:44

Mir gefallen diese "zusammengewürfelten Gruppen" nicht, weil es nicht zum Hintergrund passt.
Da gab es Hass auf andere Rassen und selbst innerhalb des Imperiums waren man sich nicht "grün" und in den Romanen mögen sich nicht einmal die verschiedenen Untergruppierungen der Inquisition.
Es wird zwar jeden die Möglichkeit bieten sich die Gruppe auszusuchen, aber darf dann jeder mit jedem?

Gut, dann legt es die SL fest und man fährt sein "Programm" weiter.
Kaufen werde ich es auch.
Ich bin nur gespannt wie dann mein Vergleich mit Schattenjäger ausfällt. ;)

Also immer her mit den neuen Informationen.
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon Chmeee » Donnerstag 26. April 2018, 04:57

Da hast du wohl recht, blut_und_glas :)

Wobei ich die Diskussionen mit dir durchaus spannend finde:-D
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon Seelenschmied » Freitag 27. April 2018, 19:23

Ich finde die unterschiedlichen Ansichten auch interessant. Auch wenn sie natürlich komplett falsch sind da sie meiner Ansicht zuwiderlaufen :P
Ne, im Ernst. Ich finde es super dass es so viele Ansichten und Möglichkeiten für den Hintergrund gibt. Muss man für seine Gruppe halt nur die richtigen Leute finden damit man einigermaßen Konform geht.

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