Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

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Björn
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon Björn » Samstag 12. Mai 2018, 08:08

Was mich immer noch beschäftigt: Es gibt mit Black Crusade, Only War, Deathwatch, Rogue Trader und Dark Heresy ja übelst viel Stoff. Nehmen wir die ganzen Quellenbücher noch dazu, öffnet sich ja ein gigantisches Spieluniversum, welches ja nun auch sein eigenes Flair hat und eine ganz eigene Atmosphäre erzeugt.

Ich frage mich, unabhängig vom jetzigen Zustand des 40K-Universums, ob und wie die zukünftigen Quellenbücher aussehen werden, spielt man doch jetzt eine eher "bunte Truppe" von Abenteurern. Wird hier nun der Fokus auf andere Dinge gelegt? Ein Space Marine, der sich mit nem Akolythen anfreundet? Aber alleine der Zustand der aktuellen Welt geht mir ein wenig gegen den Strich. Vielleicht mag ja das neue Universum mal etwas Anderes sein, für mich, der momentan immer noch "die alte Welt" entdeckt ( :D Alte Welt), ist das eher uninteressant.

Zum Würfelsystem sag ich erstmal nichts, denn es wird bestimmt funktionieren. Aber auch hier bin ich mit dem alten W10 System absolut zufrieden.
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blut_und_glas
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon blut_und_glas » Samstag 12. Mai 2018, 11:49

Björn hat geschrieben:Was mich immer noch beschäftigt: Es gibt mit Black Crusade, Only War, Deathwatch, Rogue Trader und Dark Heresy ja übelst viel Stoff. Nehmen wir die ganzen Quellenbücher noch dazu, öffnet sich ja ein gigantisches Spieluniversum, welches ja nun auch sein eigenes Flair hat und eine ganz eigene Atmosphäre erzeugt.


Das war auch schon vorher so, daher (breite Auswahl an [noch dazu verschieden auslegbaren] Quellen, auf "Zuwachs" beziehungsweise "Unvollständigkeit" ausgelegte Spielwelt) kommen ja zu einem guten Teil die Diskussionen wie die gerade erst geführte (oder die, die ich gleich wieder vom Zaun brechen werde :P ). Nimm das, was dich interessiert. Dafür ist das Buffet da.

Wird hier nun der Fokus auf andere Dinge gelegt? Ein Space Marine, der sich mit nem Akolythen anfreundet?


Die Ablehnung, die ich gegen diese Idee da herauslese, ist und bleibt mir ein Rätsel. Das ging schon immer, auch wenn Fantasy Flight Games mit der weiterverfolgten Abtrennung der Spiellinien sich nicht gerade darum bemüht hat, das zu betonen.

Natürlich können Space Marines Freundschaft mit anderen Menschen schließen.

Neben allem anderen sind Space Marines nämlich vor allem auch Menschen. Sie können über Witze lachen, Geschichten erzählen, die Schönheit eines Sonnenaufgangs bewundern, ihre knappe freie Zeit mit einer Partie Regicide verbringen und das nicht nur mit ihren Mitbrüdern.
Sie können in den Trümmern einer ausgebombten Stadt einem Kind einen Teil ihrer knappen Rationen überlassen, weil sie gesehen haben, wie es sein Essen mit den streunenden Katzen geteilt hat und es seit 3476 Jahren zu den Morgenritualen ihres Ordens gehört, eine Schale Milch für die Tempelkatzen vor die Tür zu stellen, der Gründungslegende des Ordens nach, weil sie bei der Ankunft auf ihrer neuen Welt dem ersten Bewohner, dem sie begegneten, einer alten Frau, dies versprechen mussten.
Unter den Brüdern dieses Ordens ist es ein häufiges Thema in freundschaftlichen Disputen, wie dies zu deuten sei, ob es sich um einen Bericht historischer Tatsachen handelt oder eine Parabel über die Pflichten des Ordens, die Menscheit, das Imperium, diese Welt, und ihre Bewohner zu schützen, eine Mahnung zur Demut oder ein noch nicht enträtseltes Zeichen, dessen Bedeutung sich erst noch zeigen müsse, ist. Das Hinausstellen der Milch jeden Morgen wird jedoch von keinem der Brüder in Frage gestellt.

Ob und wie einzelne Orden (wie der obige), einzelne Space Marines (Individuen!) das tatsächlich tun, sind natürlich andere Fragen, aber diese Vorstellung all dies von vornherein auszuschließen und in den Raum des Unpassenden, Unmöglichen gar zu verweisen steht für mich wie jetzt bestimmt schon zigfach gesagt ganz grundlegend außerhalb meiner Sichtweise auf das Warhammer 40.000-Universum.

Daher noch einmal: Natürlich können Space Marines Freundschaft zu anderen Menschen empfinden und sie auch ausleben (schließen). Und warum soll ich das also nicht spielen?

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PS: Das ändert zwar auch nichts daran, dass der Space Marines eine unmenschliche fanatische Mordbestie ist, aber damit befindet er sich im Imperium, das Unmenschlichkeit, Fanatismus und Morden zelebriert, ja in allerbester Gesellschaft.

PPS: Und wenn Space Marines als trans- oder posthuman interpretiert werden sollen, dann funktioniert das für mich nur dann, wenn auch das Imperium (die "Menschheit") als Ganzes in dieser Hinsicht untersucht werden. Auch daher bleibe ich dabei, dass Space Marines vor allem auch Menschen sind - Menschen des 41. Jahrtausends. Ob und wie sie das von "uns" unterscheidet ist eine Frage, die die gesamte Menschheit dieser schwarzen Zukunftssatire betrifft, und nicht nur die Space Marines als Teil von ihr.
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon Chmeee » Samstag 12. Mai 2018, 15:51

Edit: Viel zu viel OT von meiner Seite :wall:
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon blut_und_glas » Samstag 12. Mai 2018, 20:12

Eröffne einen neuen Thread?

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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon Chmeee » Sonntag 13. Mai 2018, 14:28

Vielleicht in ein paar Tagen, wenn mein Schlafdefizit ausgeglichen ist.
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon KhornedBeef » Montag 14. Mai 2018, 15:16

Dass Marines und Menschen eine persönliche Beziehung herstellen können, finde ich einen der schlüssigsten Teil neuerer Romane. Die Adeptus Astartes gibt es u.A. weil sie im Kern noch menschlich sind, und die menschliche Vielseitigkeit das Potential für wahre Größe bereithält (meine Interpretation).
Das Problem liegt eher darin, wenn man den Fluff zu offensichtlich verbiegen und vermengen muss, um ihre Zusammenarbeit organisatorisch zu erklären. Ich komme zu Warhammer wegen seiner feudalen, archaischen, widersprüchlichen Eigentümlichkeit. Ich brauche kein "ja alles ist ganz furchtbar und ideologisch aber hier diese kleine Gruppe von der zufällig noch nie jemand etwas gehört hat, ist total frei und realweltlich-modern und alle finden sie töfte und lassen sie machen und überhaupt sind sie quasi Standard-Abenteuer mit Power-Rüstung". Solche faulen Kompromisse brauche ich nicht. Aber es scheint erstmal so, dass da ein bisschen mehr Grips reingesteckt wird, um die starren Grenzen zwischen den Fraktionen des Universums zu überbrücken.
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon Axador » Montag 14. Mai 2018, 16:33

Ich gebe auch mal meinen Senf dazu:

Mich hat am akuellen Regelsystem immer gestört, dass es vier Regelsysteme waren die eigentlich nie wirklich mit einandere funktioniert haben und ein Wechsel vom der Freihändlergruppe unter einem Kapitän zur Spacemarineeinheit oder zum einfachen Soldat schwer möglich war. Auch wer sich die Mühe gemacht hat als Runde musste mit den Regelunterschieden umgehen um nicht zu stolpern.

Für mich hören sich die Argumente gegen das neue WH40K Rollenspielsystem vor allem an nach Argementen: "Ich will nicht die wilde Mischung, sondern wie bis anhin klare Gruppen-Powerniveauunterschiede nach Lore!"

Nur ist das ja weiterhin möglich. Wenn eine Runde für sich beschliesst, dass sie nur einfache Soldaten, Space Marines oder was auch immer darstellen wo die "unter sich bleiben" und ihre Missionen/Aufgaben erfüllen, dann ist es ja ohne weiteres möglich und es kommt kein Regelgott vorbei der dafür Hausverbot erteilt.

Es wurde ja "nur" die Möglichkeit geschaffen zB einen Space Marine auf Kreuzzug in eine Freihändlercrew einzubauen ohne das Powerniveau nicht ausgleichen zu können.
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon Chmeee » Montag 14. Mai 2018, 18:09

Mich stört primär das W6 Pool System, aber ich muss es ja auch nicht nutzen.

Zu deiner Darstellung, KhornedBeef, muss ich dir sagen, dass ich sie nicht teile. Während du natürlich recht hast, dass nicht alles furchtbar sein kann und nicht jeder ein extremistischer Ideologe ist (sonst bräuchts ja auch keine Inquisition), so finde ich, dass du im Bezug auf die SpaceMarines viel zu europäisch denkst.

SpaceMarines sind eine Gruppe biologisch total veränderter, indoktrinierter Killer. Der Otto-Normal-Marine kennt nahezu nur seine Brüder, da er in jungem Alter eingezogen wird und komplett in den Orden integriert wird. Sowohl in der Kampftaktik, als auch in den Einsatzgebieten der SpaceMarines, ist kein Platz für emotionale Bindungen an Normalos jenseits der militärisch Notwendigen.

Was nicht heisst, dass ich jedem SM grundsätzlich die Möglichkeit abspreche. Ich halte es nur für äusserst ungewöhnlich. Soziologisch, wie auch psychologisch. Beim neuen Regelwerk fürchte ich ein wenig, dass sie SM menschlicher machen, als derartige Killer sein können.


Das möchte hier jetzt aber nicht weiter breit treten, sondern dafür, wie angekündigt, in den nächsten Tagen einen neuen Thread machen. In dem würde ich mit euch gerne diskutieren, was "Menschlichkeit" bedeutet und wie stark sich kulturelle Unterschiede zwischen SMs und Menschen bemerkbar machen.
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon Axador » Dienstag 15. Mai 2018, 08:15

Bin auch für einen eigenen Thread, offensichtlich haben wir weit weg vom Rollenspielsystem eben unterschiedliche Vorstellungen vom WH40K Universum. 8-)
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Re: Neues Warhammer 40k-RPG – Wrath and Glory bei Ulisses US

Beitragvon blut_und_glas » Dienstag 15. Mai 2018, 09:06

KhornedBeef hat geschrieben:Das Problem liegt eher darin, wenn man den Fluff zu offensichtlich verbiegen und vermengen muss, um ihre Zusammenarbeit organisatorisch zu erklären. Ich komme zu Warhammer wegen seiner feudalen, archaischen, widersprüchlichen Eigentümlichkeit.


Für mich liegt in dieser Eigentümlichkeit genau die Kraft und Möglichkeit solche Zusammenarbeit zu erklären, nicht im Sinne einer "realweltlich-modernen" Freiheit und Aufgeklärtheit, sondern einer widersprüchlichen Archaik, in der Traum und Vogelflug, durch zehntausend Jahre handschriftlichen Kopierens verfälschte Gesetzestexte, feudale Ehr- und Treuevorstellungen, wahnhaft überhöhter Glaube und nackter Wille zur Macht immer wieder Grundlagen bieten, um gänzlich verschiedene Figuren zusammenbringen, ohne die Organisationen, die sie hervorgebracht haben oder deren Teil sie sind, radikal zu verbiegen.

Ob das Imperium Nihilus dabei eine besondere Hilfestellung ist, sei einmal dahingestellt. Ich für meinen Teil bleibe einfach dabei, dass solches Spiel auch ohne diese jüngste Entwicklung schon von Beginn an perfekt möglich war.

Axador hat geschrieben:Mich hat am akuellen Regelsystem immer gestört, dass es vier Regelsysteme waren die eigentlich nie wirklich mit einandere funktioniert haben und ein Wechsel vom der Freihändlergruppe unter einem Kapitän zur Spacemarineeinheit oder zum einfachen Soldat schwer möglich war. Auch wer sich die Mühe gemacht hat als Runde musste mit den Regelunterschieden umgehen um nicht zu stolpern.


Gleichzeitig haben diese Bruchstellen zwischen den Systemen aber auch viele der wenigstens für mich so interessanten Gelegenheiten geliefert, an und mit dem Spiel zu arbeiten. Dieses "Umgehen mit den Regelunterschieden", von dem du sprichst, ist vor diesem Hintergrund mehr Chance als Risiko.

So eine Chance will dann aber natürlich auch genutzt sein. Natürlich kann ich in einer Konstellation, in der eine Spielerin in einer Deathwatch-Runde gerne eine Inquisitorin spielen möchte (die reale Diskussion dazu, die ich mitverfolgt habe, war noch ein wenig anders gelagert, tut hier aber nicht so viel zur Sache), einfach Dark Heresy als Regelwerk verwenden und aus Deathwatch nur die Werte und Karrieren, nicht aber die Sonderregeln übernehmen, oder andersherum die Inquisitorin unter Deathwatch als Figur führen, die einfach bei den Space Marine-zentrierten Regelteilen (Cohesion, Squad/Solo Mode, Oathtaking, ...) außen vor bleibt, aber ich kann eben auch überlegen, wie sie an diesen Elementen teilhaben könnte, was für zusätzliche Elemente mir das ermöglicht, welchen Einfluss eine vor Ort anwesende (anstatt nur hinter den Kulissen als "Auftraggeberin" fungierende) Inquisitorin auf die Cohesion eines Killteam hat, ob sie vielleicht Möglichkeiten zur Manipulation der Missionsziele haben könnte, ob sie als Führerin mit besonderen Eiden, die den Space Marines sonst nicht zur Verfügung stehen, arbeiten könnte (welche könnten das sein? Ein Eid der Verschwiegenheit vielleicht, der das Thema der Gedächtnislöschung/-blockade bei besonders heiklen Missionen aufgreift? Ein Eid des Schuldspruchs, der an die vorherige Idee zur Manipulation von Missionszielen anknüpft? Ein Eid der Geheimnisse? Des Exterminatus? ...?). Das ist für mich die wirkliche Chance hier, die aber eben genau aus der Verschiedenheit der Einzelsysteme heraus geboren wird.

Chmeee hat geschrieben:Das möchte hier jetzt aber nicht weiter breit treten, sondern dafür, wie angekündigt, in den nächsten Tagen einen neuen Thread machen.


:D

mfG
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